Fislisbach

«Valvino» schliesst Ladenlokal – doch das Weingeschäft läuft weiter

Seit 2009 bedient Bruno Lüscher die Kunden an der Badenerstrasse. Doch Ende Februar wird das Geschäft im Zentrum von Fislisbach dichtmachen. Carla Stampfli

Seit 2009 bedient Bruno Lüscher die Kunden an der Badenerstrasse. Doch Ende Februar wird das Geschäft im Zentrum von Fislisbach dichtmachen. Carla Stampfli

Inhaber Bruno Lüscher geht Ende Februar in Pension – sein Weingeschäft wird er aber nicht ganz aufgeben.

Die Kunden gehen an diesem Morgen in der Vinothek «Valvino» in Fislisbach ein und aus. Sie kommen vorbei, um ein letztes Mal bei Bruno Lüscher vor Ort Wein, Spirituosen und Delikatessen zu kaufen. Denn: Ende Februar schliesst das Ladenlokal seine Türen. Danach werden die «Valvino»-Produkte noch online erhältlich sein.

«Ich werde in diesem Jahr 67», sagt Lüscher und fügt an: «Es ist der richtige Zeitpunkt, um mich aus dem aktiven Geschäft zurückzuziehen.» Zum einen, weil der Mietvertrag auslaufe, zum anderen, weil er nicht mehr das Bedürfnis verspüre, fünf Tage die Woche im Laden zu stehen.

Obwohl Lüscher bald in Pension geht, wird er sich nicht ganz aus dem Business verabschieden: Gemeinsam mit seinem Sohn Markus, der auf Jahresbeginn die Geschäftsleitung von «Valvino» übernommen hat, kümmert er sich in Zukunft um den Onlineshop. Dabei wird das Sortiment nur minim verkleinert. Auch beliefert das Weingeschäft weiterhin Restaurants und andere Vinotheken mit Produkten.

Lüscher blickt mit Freude auf die Zeit von «Valvino» zurück. «Den Kontakt mit den Kunden habe ich immer geschätzt.» Denn nicht immer sei es um Wein oder Spirituosen gegangen. So kam es vor, dass er beim Ausliefern von Produkten gleich zu einem Kaffee eingeladen wurde oder die Kunden im Geschäft zu einem Schwatz blieben. «Die Beziehung war sehr persönlich», sagt Lüscher. Seine Klienten würden zwar bedauern, dass die Vinothek schliesse. «Doch sie atmen auch auf, weil die Produkte online weiterhin erhältlich sind.»

Lage in Fislisbach ist ideal

Seit 2009 ist Bruno Lüscher in Fislisbach – zuvor war «Valvino» während acht Jahren in Mellingen stationiert. «Die Lage hier ist ideal, mitten im Zentrum und gleich gegenüber der Bushaltestelle», sagt er. Der Laden sei gut frequentiert – trotz verschiedener Herausforderungen, mit denen Fachhändler konfrontiert würden. So sei es nicht einfach, der Konkurrenz von Grossverteilern standzuhalten. «Weil wir aber einen grossen Teil der Weine direkt aus Italien und Spanien importieren, können wir uns durch ein exklusives Sortiment abheben.»

Die Leidenschaft für Weine hat Lüscher erst spät – und im Ausland – gepackt. Der ausgebildete Sporartikelverkäufer liess sich mit 35 Jahren zum Sozialpädagogen umschulen. Danach zog es ihn mit seiner Familie nach Italien. Über zehn Jahre führten die Lüschers eine Wohngemeinschaft für schwer erziehbare Jugendliche im Piemont. «Wir haben gemeinsam geholzt, gemalt und Schulstoff erarbeitet», erinnert er sich. Dabei habe man auch viel Zeit in den umliegenden Rebbergen verbracht und sei dadurch in Kontakt mit verschiedenen Weinbauern getreten. Das gefiel Bruno Lüscher so sehr, dass er entschied, in die Heimat zurückzukehren, ein eigenes Geschäft zu eröffnen und deren Produkte zu importieren. 2001 erfüllte er sich seinen Wunsch und eröffnete in Mellingen «Valvino», acht Jahre später zog er nach Fislisbach.

Pension eröffnet neue Möglichkeiten

Wehmütig, dass er das Geschäft schliesst, ist Lüscher nicht: «Für mich stimmt es.» Die Zeit sei schön gewesen, nun freue er sich auf die Pensionierung. «Sie eröffnet einem viele Möglichkeiten», sagt Lüscher. Etwa ein gutes Buch lesen, wandern oder seine italienischen Lieferanten besuchen. «Ich werde sicher öfters ins Piemont reisen und die Freundschaften pflegen», sagt er. Doch bis es soweit ist, wird sich Bruno Lüscher mit Herzblut den Kunden vor Ort in Fislisbach widmen.

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