Baden
Vandalen wüten nachts im Schwimmbad in Baden

Ein neuer Trend sorgt in Baden für Ärger: Junge Erwachsene kombinieren das nächtliche Baden mit Zerstörungswut und hinterlassen eine Sauerei. Um den Vandalen das Handwerk zu legen, kursieren jetzt vermehrt Sicherheitskräfte.

Erna Lang-Jonsdottir
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René Saurenmann: «Die Aufräumarbeiten sind ärgerlich.»

René Saurenmann: «Die Aufräumarbeiten sind ärgerlich.»

Alex Spichale

Nachts ins Schwimmbad einbrechen und vom Springturm ins Dunkle springen – Schabernack, der beinahe Tradition hat. Ein neues Phänomen sind nun die nächtlichen Vandalenakte, bei denen Geräte zerstört werden und diverse Gegenstände im Wasser landen. Die Eindringlinge halten sogar ihre Saufgelage im Schwimmbad ab, zerstören ihre leeren Glasflaschen und hinterlassen ekelerregende Spuren. «Die Fantasie der nächtlichen Vandalen kennt keine Grenzen», ärgert sich René Saurenmann, Betriebsleiter des Terrassenbads in Baden.

Ein Bad und keine Festung

«Wir benötigen ein dickes Fell bei den Aufräumarbeiten», bedauert Saurenmann, ohne in die Details eingehen zu wollen. Vor allem bei sehr warmen Nächten und während Festaktivitäten würden die nächtlichen Besuche zunehmen. «Es gibt Zeiten, in denen wir täglich aufräumen müssen.» Bei den Eindringlingen handle es sich um Jugendliche und um junge Erwachsene.

Die beliebtesten illegalen Eingangstüren seien ihm bekannt. Diese Stellen zu verdichten, sei ein Ding der Unmöglichkeit. «Wir können keine Festung aus dem Schwimmbad machen, um die Vandalen zu stoppen», betont Saurenmann. Es könne nur an die Vernunft und an die Eigenverantwortung der Eindringlinge plädiert werden. «Wir sind früher auch ab und zu nachts ins Schwimmbad und sind davon gerannt, als der Bademeister kam.» Damals sei aber nichts kaputt gemacht worden. Heute müsse das nächtliche Baden mit Zerstörungswut kombiniert werden.

Vermehrte Kontrollen am Stadtfest

Um den Vandalen das Handwerk zu legen, kursieren vermehrt Sicherheitskräfte nachts im und um das Schwimmbad. Im Hinblick auf das Stadtfest Baden, das am 19. August beginnt, werden die Sicherheitsmassnahmen nachts verstärkt. Nebst der Stadtpolizei Baden wird Saurenmann höchstpersönlich auch nachts ein Auge auf das Schwimmbad werden. Und: «Wir behalten es uns vor, mobile Kameras einzusetzen», sagt er. Wer erwischt werde, müsse mit einer Anzeige rechnen. Wer sich unbefugt im Schwimmbad aufhält, macht sich nicht nur strafbar, sondern kann sich auch in erhebliche Gefahr bringen. «In der Nacht die Distanz zum Wasser einschätzen, ist schwierig. Deshalb ist es sehr gefährlich, vom Turm zu springen», mahnt Saurenmann. Unter Alkoholeinfluss sei das Baden und das Springen noch riskanter als im nüchternen Zustand. Hinzu komme, dass Reinigungsgeräte in den Becken eingesetzt würden. «Wer diese nicht sieht, kann sich daran verletzten.»

Und was beim Nachtbaden vor lauter Euphorie vergessen zu gehen scheint: «Bei Badeunfällen muss sehr schnell reagiert werden. Nachts befinden sich aber keine Sanitäter im Schwimmbad.» Bisher sei zum Glück noch keiner schwer verunfallt oder tödlich verunglückt. «Ich hoffe, dass das so bleibt», betont Saurenmann.

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