Darüber kann Robert Gartner nur den Kopf schütteln: Die Bananenpflanzen, die in einem Blumenbeet den Eingang des Badener Kurparks zieren, wurden innerhalb weniger Tage zweimal gewaltsam umgeknickt. «Die Stämme sind derart beschädigt, dass wir die Pflanzen nicht mehr retten können und entsorgen müssen», sagt der Teamleiter Grünanlagenunterhalt beim Werkhof. Die Bananenpflanzen sind aber nicht die einzigen Objekte, die ins Visier von Vandalen geraten sind: In den letzten Wochen wurden auch die Toi-Toi-Häuschen beim Weiher zweimal umgeworfen, zudem wurde ein grosser Ast des japanischen Fächerahorns ausgerissen.

«Die Vandalenakte im Kurpark häufen sich in letzter Zeit», sagt Gartner. Die Vorfälle stimmen ihn nachdenklich: «Ich verstehe nicht, wie man mutwillig die Natur und öffentliches Eigentum beschädigen kann. Es ist kein Respekt mehr vorhanden.» Wer hinter den Vandalenakten steckt, darüber kann er nur spekulieren: «Die Beschädigungen finden hauptsächlich am Wochenende und abends statt. Ich gehe davon aus, dass der Vandalismus aus Leichtsinn oder Trunkenheit geschieht.» Dagegen helfe auch eine Anzeige gegen unbekannt nicht. «Wir können nur an den gesunden Menschenverstand appellieren.»

Keine zusätzlichen Patrouillengänge

In der Sommerzeit sei das Risiko für Vandalenakte an Orten wie dem Kurpark höher, sagt der stellvertretende Kommandant der Stadtpolizei, Max Romann. «Sind die Temperaturen hoch, halten sich mehr Leute auf öffentlichen Plätzen auf, vor allem abends.» In Kombination mit Alkoholeinfluss könne es vorkommen, dass Sachen beschädigt würden. «Wir kennen die Hotspots der Stadt und kontrollieren diese auch regelmässig auf unseren Patrouillen. Zusätzliche Patrouillengänge ordnen wir deswegen aber nicht an», sagt Romann.

Neben den Vandalenakten setzen dem Kurpark derzeit auch die Trockenheit und die Hitze zu. Seit gestern Morgen sind die grossen Bäume, insbesondere die über 100-jährigen Buchen mit einer Absperrung umzäunt. Der Grund: «Durch die Trockenheit können Äste brechen, runterfallen und jemanden verletzen», erklärt Werkhofmitarbeiter Robert Gartner. Wegen der Absperrungen gibt es nun im Kurpark weniger Schattenplätze. «Das stösst nicht überall auf Verständnis. Die Massnahme ist aber nötig. Wir können nicht verantworten, dass sich jemand durch Totholz verletzt», betont er.

Wie lange die Absperrungen bleiben, kann Gartner nicht sagen. «Erst wenn es ausgiebig regnet und der Boden genug Wasser aufgesogen hat, kann der Bereich unter den Bäumen wieder freigegeben werden.» Neben dem Kurpark sind auch die Bäume auf der Wiese des Terrassenbads abgesichert. Bereits vor drei Jahren musste der Werkhof der Stadt Baden diese Massnahme ergreifen, wobei damals auch die Bäume in den Schulanlagen Tannegg und Burghalde abgesperrt wurden.

Vandalismus im Aargau – die Bilder: