Baden

Velodiebe machen Bahnhof Baden unsicher

Velo-Diebstahl: Gemäss Polizei geht die Saison erst richtig los.  zvg

Velo-Diebstahl: Gemäss Polizei geht die Saison erst richtig los. zvg

Bei den Velo-Dieben ist der Bahnhof ein beliebter Tatort. Schon 15 Velodiebstähle verzeichnet die Polizei in diesem Jahr. Besondere Vorsicht ist aber an der Fasnacht angebracht.

Gross war die Verärgerung bei Markus B.*, als er letzte Woche sein Velo beim Fahrradunterstand zwischen dem Busbahnhof-West und dem Langhaus abholen wollte. Es war weg, nur das aufgebrochene Schloss liess die unbekannte Täterschaft zurück. Bei der Stadtpolizei Baden nahm man die Anzeige gelassen entgegen. Schon 15 Velodiebstähle verzeichne man in diesem Jahr. «Meistens werden Velos gestohlen, die nicht abgeschlossen herumstehen», weiss Max Romann von der Stadtpolizei.

«Wenn jemand mit professionellem Werkzeug ein Schloss knackt, muss es sich um ein teures Fahrrad handeln.» Eine Aussage, die Markus B. stutzig macht. Bei seinem Fahrrad handelte es sich nämlich um ein über 15-jähriges Alltagsrad – ohne teuren Schnickschnack. «Zudem war es mit einem Qualitätsschloss an den Veloständer angebunden», sagt der Bestohlene. Ein Gelegenheitsdieb, der ein Velo für die Heimfahrt mitnehmen wollte, könne das nicht gewesen sein.

Nationales Fahndungssystem

Die Stadtpolizei hat das gestohlene Velo ins schweizerische Fahndungssystem Ripol eingetragen, wo alle Fahrraddiebstähle in der Schweiz registriert sind. Taucht das Velo eines Tages wieder auf, kann es dem Besitzer zurückgegeben werden (siehe Kasten). Die 15 gestohlenen Velos in nur sechs Wochen sind für die Stadtpolizei keine aussergewöhnlich hohe Zahl. «Am meisten Velos werden in den warmen Jahreszeiten gestohlen», sagt Max Romann. Die Zahl sei auch während Festaktivitäten höher. Für die Fasnacht und die kommenden Monate ist deshalb besondere Vorsicht angebracht.

Bewachte Velostation in Planung

624 Veloabstellplätze, 158 davon ungedeckt, gibt es rund um den Bahnhof Baden. «Die Velo-Unterstände befinden sich an gut frequentierten und beleuchteten Plätzen. Velos können mit einem Schloss an die massiven Eisenständer befestigt werden», sagt Markus Bitterli, zuständiger Raumplaner bei der Stadt Baden. «Einen hundertprozentigen Schutz vor Langfingern gibt es aber am Bahnhof Baden nicht.» Diesen würde nur eine bewachte Velostation – wie es sie an Bahnhöfen in Zürich, Aarau, Liestal oder Olten gibt – bieten.

«Das Bedürfnis einer bewachten Velostation haben wir erkannt», sagt Bitterli. «Wir prüfen den Bau und Betrieb einer solchen Station im Zusammenhang mit der Überbauung Südhaus-Parzelle im Areal Bahnhof-West.» Das Bauprojekt sei jedoch noch nicht spruchreif. Die Ausschreibung eines Wettbewerbs sei nicht vor 2012 vorgesehen. Wann Baden eine bewachte Velostation bekommt, kann man daher noch nicht sagen.

47000 verschwinden pro Jahr

Über 47000 Velos werden in der Schweiz jedes Jahr als gestohlen gemeldet. Vermutlich sind es aber deutlich mehr, da viele Bestohlene keine Anzeige machen. Bei einem Totalbestand von 4,9 Millionen Velos beträgt die Diebstahlrate offiziell knapp 1Prozent. Die Versicherungsbranche vermutet in jedem zehnten Diebstahlfall einen Versicherungsbetrug. Die Chance, dass ein Velodieb erwischt wird, ist klein. Denn laut der polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) werden nur 2,9 Prozent der Diebstähle geklärt, das heisst nur jeder 34. Velodieb konnte geschnappt werden. (Alle Zahlen: Stand 2009). (eme)

*Name der Redaktion bekannt

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