Velofahrer träumen von einer Route, die wie eine Autobahn funktioniert: breite Fahrbahn, Überholspuren, keine Rechtsvortritte, kaum Steigung und im Winter schnell vom Schnee geräumt. Einen solchen Highway nur für Velofahrer fordert nun Pro Velo Region Baden für die Strecke von Baden nach Zürich.

Eine Veloschnellroute auf dieser Strecke habe Potenzial, ist Präsident Hubert Kirrmann überzeugt. «Es gibt viele Velofahrer und Pendler in der Region. Wird die Route gebaut, wird sie auch genutzt.» Die Idee einer Velobahn durch das Limmattal geistert schon länger in der Region herum.

Bereits konkreter sind die Pläne auf der Strecke von Zürich nach Killwangen entlang der geplanten Limmattalbahn. Pro Velo Region Baden möchte nun aber das Projekt bis in die Bäderstadt vorantreiben, wie das Regionaljournal schreibt.

Die Veloschnellroute soll im Velokonzept der Stadt festgehalten werden, das bald überarbeitet wird. In ersten Gesprächen habe die Stadt sehr offen reagiert, sagt Kirrmann. Im Januar trifft er sich auch mit der Fachstelle Rad- und Fussverkehr des Kantons. «Die Velobahn würde durch mehrere Gemeinden führen. Um eine Route planen zu können, müssen wir auch den Kanton ins Boot holen.»

Velofahrer auf Velobahn sicherer

Im Aargau sei das Velonetz auf einer Länge von fast 950 Kilometern schon gut ausgebaut, sagt Kirrmann. «Doch Veloschnellrouten fehlen bis jetzt.» Dabei seien die Vorteile vielfältig: Die Velofahrer würden nicht nur schneller von A nach B fahren, sondern wären auch sicherer unterwegs.

Denn Radfahrer müssen immer wieder abbremsen und anhalten, wenn ein Auto von der Haupt- in eine Quartierstrasse abbiegt und den Veloweg quert. Übersieht ein Velofahrer in einer solchen Situation ein Auto, das von hinten kommt und abbiegen möchte, kann es gefährlich werden.

«Auf einer Veloschnellroute hätten die Velos Vortritt und müssten nur darauf achten, wer vor ihnen fährt», sagt Kirrmann. Und nicht nur die Velofahrer könnten von einer solchen Route profitieren: «Jeder Velofahrer mehr auf der Schnellroute ist ein Auto weniger im Stau.»

Noch gäbe es viele Hindernisse zu überwinden, sagt Kirrmann. Das sieht auch «badenmobil»-Leiterin Beatrice Meyer so. Sie findet das Projekt zwar gut, befürchtet aber, dass zu viele Parteien involviert sind und das Projekt deshalb scheitert.

«Wenn nur eine Gemeinde zwischen Baden und Zürich sagt, sie habe kein Interesse, fehlt ein Teilstück. Dies würde der Attraktivität der Velobahn massiv schaden.» Grössere Chancen hätte ihrer Ansicht nach eine Veloschnellroute auf kürzerer Distanz, wie sie bereits die Stadt Bern umgesetzt hat.

Dort verbinden seit diesem Sommer Velobahnen die äusseren Quartiere mit dem Stadtzentrum. «Velobahnen aus den umliegenden Gemeinden nach Baden und Wettingen wären nicht nur wünschenswert, sondern auch einfacher umsetzbar», ist Meyer überzeugt.