Baden
Velofahrer sollen legal über die SBB-Limmatbrücke fahren dürfen

Der Einwohnerrat Baden hat 1,87 Mio. Franken bewilligt, damit der Fussweg von Baden nach Wettingen über die Eisenbahnbrücke zum Fuss- und Radweg ausgebaut werden kann. An derselben Sitzung stutzte er jedoch den Projektierungskredit Lindenplatz.

Roman Huber
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Seit Jahrzehnten wird der Weg über die Bahnbrücke von Velofahrern benutzt – illegal. Alex Spichale

Seit Jahrzehnten wird der Weg über die Bahnbrücke von Velofahrern benutzt – illegal. Alex Spichale

Alex Spichale

Der Einwohnerrat hat am Dienstagabend den Bruttokredit (Badener Anteil) von 1,87 Mio. Franken für den Ausbau der Fusswegverbindung über die SBB-Limmatbrücke gutgeheissen.

Zu Diskussionen Anlass gab allerdings die Höhe des Kredits, insbesondere weil der Badener Abschnitt teuer zu stehen kommt, wenn auch wegen der geschützten Platanen der Weg nicht verbreitert werden kann.

Dafür sollen allenfalls Ausweichstellen gebaut werden, wobei laut Stadtrat Markus Schneider erst noch die genau eruierten Kosten gegenüber dem Nutzen abgewogen werden sollen.

Gegen das Radweg-Projekt stellte sich die SVP. Die Kosten stünden in keinem Verhältnis zum Nutzen, warf Matthias Brunner ein. Es müsse zuviel Geld in den Badener Abschnitt gesteckt werden, sagt der SVP-Einwohnerrat und beantragte zugunsten eines Sparkurses die Ablehnung.

Er schlug vor, das Projekt fallen zu lassen, die Velofahrer sollen vor der Bahnbrücke absteigen und das Velo stossen.

Ganz anders sah es Martin Groves, der vonseiten der SP die Vorlage als grossen Gewinn bezeichnete, zumal es die beiden Nachbargemeinden auf dem Veloweg am schnellsten verbinden würde.

Die Kosten seien vertretbar, Ausweichstellen auf dem nicht ausbaubaren Badener Abschnitt sinnvoll. Auch Mathias Schickel (CVP) unterstützte den Baukredit. Betreffend der Kosten verwies Schickel auf die aus dem Agglomerationsfonds in Aussicht gestellten Bundessubventionen.

Namens der Grünen befürwortete Stefan Häusermann das Projekt. «Damit kann diese wichtige Veloverbindung endlich auf legale Weise befahren werden», fügte er an.

Die Unterstützung des Langsamverkehrs sei sicher sinnvoll, argumentierte Conrad Munz (FDP), wo doch diese Verbindung seit langem schon immer benutzt werde.

Doch 6000 Franken Planungskosten pro Meter sei sehr viel. In der FDP sei man geteilter Meinung und wünsche sich einen tieferen Baukredit, wobei man auf die Ausweichstellen verzichten könne.

Stadtrat Markus Schneider betonte, dass es nicht nur um die schnellste Veloverbindung zum Nachbarn gehe, sondern auch um ein gemeinsames Projekt mit der Gemeinde Wettingen. Mit 33 Ja- gegen 7 Nein-Stimmen stimmte der Einwohnerrat jedoch klar dem Vorhaben zu.

Bereits die Finanzkommission erachtete den Projektierungskredit von 275 000 Franken für den Lindenplatz als zu hoch. Doch dürfe die Ausgestaltung an diesem Ort nicht unterschützt werden, warf Erich Obrist als Sprecher der Kommission ein.

Insbesondere die 25 000 Franken Bauherrenunterstützung stiessen der Fiko in die Nase. Sie forderte darum, dass die Planungskosten überprüft werden.

Toni Ventre (CVP) fragte sich Namens seiner Partei ebenfalls, ob man das Geld für so hohe Kosten sprechen soll. Die CVP habe sich zu einem Ja durchgerungen, so Ventre, schliesslich sei die Stadt in der Verantwortung, an diesem Ort etwas Gutes zu machen, zumal täglich viele Schülerinnen und Schüler sowie Busfahrgäste an diesem Platz vorbeigehen würden.

Isabelle Wanner (GLP) erachtete die Kosten als zu hoch. Sie fragte sich zudem, ob die Anrainer, die letztlich am meisten davon profitieren, sich an den Kosten auch beteiligen würden.

Sehr hoch seien die Planungskosten, meinte auch Roland Guntern (Grüne). Er fragte sich zudem, ob die Stadt demselben Nachbarn eine Gartenbeiz planen solle, welcher der Stadt durch Beschwerden einen Sportplatz nebenan für die Schule verhindere.

Wenn, dann soll der Platz gleich jetzt geplant werden, schlug Fritz Bosshardt (team) vor. Er stellte sich hinter den Antrag, «weil aufgrund der vielen Nutzungskonflikte sorgfältig geplant werden soll».

Viel zu hoch sei der Kredit, so Peter Heer (FDP), der sich über den Antrag ärgerte. 150000 Franken müssten reichen, so Heer, gehe es doch nur um 1000 Quadratmeter Platz, für den die Nutzung ja gemäss Gestaltungsplan schon definiert sei; alles weiteren Planungen, so auch die Subventionierung des SBB-Kontrollingenieurs sei Leerlauf.

Karin Bächli (SP) kritisierte nicht nur die Kredithöhe. Aus ihrer Sicht würden auch wichtige Informationen im Hinblick auf die Platzgestaltung fehlen.

Stadtrat Markus Schneider erinnerte, dass der Lindenplatz ein völlig neues Gesicht erhalten werde. Er verteidigte seine Vorlage und warf ein, dass die Projektierungskosten auf einer Schätzung beruhen würden.

Die eingeworfenen 150000 Franken seien verlockend, würden aber einer seriösen Grundlage entbehren.

Ein Rückweisungsantrag von Karin Bächli wurde abgelehnt. Der Antrag Heer wurde schliesslich mit 23 zu 9 Stimmen angenommen.