Kommentar

Velofahrer von Baden, schaltet einen Gang runter

In der Weiten Gasse sind die Velofahrer gefragt – sie müssen umdenken.

In der Weiten Gasse sind die Velofahrer gefragt – sie müssen umdenken.

Ein Veloverbot kann nicht die Lösung sein für die Weite Gasse in Baden. Die Velofahrer müssen aber umdenken.

Wenn am 14. Dezember der letzte Bus durch die Weite Gasse in Baden fährt, soll diese endlich zur Flaniermeile werden und zusammen mit der Badstrasse eine attraktive Einkaufsmeile bilden. Doch dies sei nur dann möglich, wenn Velos langsam oder gar nicht durch die Weite Gasse fahren dürfen, sagt SVP-Einwohnerrat Daniel Glanzmann.

Er begründet seine Forderung damit, dass viele Fussgänger durch die teils sehr schnell fahrenden Velos bedroht seien. Der Gedanke ist zwar nicht falsch, doch leider nicht zu Ende gedacht.

Denn hier kommt die Schulhausplatzkreuzung, die für 100 Millionen Franken erneuert und im Sommer 2018 eröffnet wurde, ins Spiel. Abgesehen davon, dass sich die Verkehrssituation – ausser für Busse – nicht verbessert hat, ist sie auch für Velofahrer nicht attraktiver geworden, was man für diese stolze Summe schon hätte erwarten dürfen.

Nein, der Kanton hat die neue Kreuzung vielmehr für den motorisierten Verkehr konzipiert und bewusst in Kauf genommen, dass Velofahrer und Fussgänger die Unterführung unter der Kreuzung teilen müssen. Das funktioniert denn auch erstaunlich gut.

Aber eben wohl nur deshalb, weil die meisten Velofahrer nicht durch die Passage und die angrenzende Tunnelgarage fahren, sondern eben die Weite Gasse benutzen. Ein Verbot kann deshalb nicht die Lösung sein. Vielmehr ist ein Umdenken der Velofahrer gefragt: «Wo keine Busse fahren, habe ich sprichwörtlich einen Gang runterzuschalten.»

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