Tabu-Bruch
Verbot missachtet: Polizei führt SVP-Hofstetter nach Unterschriften-Aktion an der Badenfahrt ab

Am Donnerstagabend wurden an der Badenfahrt zwei Männer von der Polizei angehalten, weil sie Unterschriften für die Initiative für ein Verhüllungsverbot sammeln wollten. Dem Aargauer SVP-Politiker Naveen Hofstetter (35) und einem Mitstreiter wurde es zum Verhängnis, dass während des zehntägigen Volksfest politische Propaganda auf dem Festgelände absolut tabu ist.

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Wollte an der Badenfahrt Unterschriften sammeln, obwohl das Tabu ist: Der Aargauer SVP-Politiker Naveen Hofstetter.

Wollte an der Badenfahrt Unterschriften sammeln, obwohl das Tabu ist: Der Aargauer SVP-Politiker Naveen Hofstetter.

Alex Spichale/Chris Iseli/Montage_luk

«Mein Kollege war schon etwas früher da. Kaum hatte ich mit dem Unterschriftensammeln begonnen, tauchten vier Polizisten auf», erklärte Hofstetter gegenüber dem SonntagsBlick. «Sie nahmen uns mit auf den Polizeiposten.» Unterwegs hätten sie weder ihre Handys benutzen noch miteinander sprechen dürfen. «Die Regeln sind eindeutig», sagt Max Romann, stellvertretender Kommandant der Stadtpolizei Baden. «An der Badenfahrt wird keine politische Werbung toleriert.» Unter Tausenden Besuchern könne man sehr gut Unterschriften sammeln. «Aber das wollen wir eben nicht.»

Obwohl in Indien geboren, fühlt sich SVP-Politiker Naveen Hofstetter von Kopf bis Fuss als Schweizer. Und wenn er gegen Eritreer, EU und Linke wettert, sind selbst die SVP-Delegierten verblüfft.

Obwohl in Indien geboren, fühlt sich SVP-Politiker Naveen Hofstetter von Kopf bis Fuss als Schweizer. Und wenn er gegen Eritreer, EU und Linke wettert, sind selbst die SVP-Delegierten verblüfft.

Chris Iseli

Walter Wobmann, SVP-Nationalrat und Co-Präsident des Initiativkomitees für ein Verhüllungsverbot, zeigte sich entsetzt: «Das ist jenseits von Gut und Böse!» Wären die beiden Gemassregelten tatsächlich auf dem Festgelände gewesen, hätte man es ihnen sagen können, statt sie «wie Schwerverbrecher» abzuführen. «Das lassen wir uns nicht bieten, dagegen werden wir uns juristisch wehren», kündigt Wobmann an. Die Polizei werde Rechenschaft darüber ablegen müssen, aus welchem Grund die Männer mit auf den Posten mussten.

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