Baden
Verbot: Velofahrer dürfen auch in Zukunft nicht durch die Tunnelgarage fahren

Pro Velo hatte die Öffnung der Tunnelgarage für Velofahrer gefordert. Der Stadtrat hält aber trotz der misslichen Baustellen-Situation in der Innenstadt am Velofahrverbot fest. Die Verkehrssituation in der Garage sei zu gefährlich, sagen Stadtrat und die Polizei.

Corinne Rufli
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Velos müssen in der Tunnelgarage auch künftig gestossen werden. cru

Velos müssen in der Tunnelgarage auch künftig gestossen werden. cru

«Wir sind enttäuscht, aber nicht überrascht», sagt Hubert Kirrmann, Präsident der Pro Velo Region Baden. Pro Velo hatte am 12. März ein Gesuch beim Stadtrat eingereicht, für eine Öffnung der Tunnelgarage für den Veloverkehr (wir berichteten).

Der Stadtrat hat nun das Gesuch besprochen und entschieden, «das Fahrverbot für Velofahrende zu erhalten», wie es im Schreiben an die Pro Velo heisst, das der az vorliegt.

Als Grund gibt der Stadtrat Sicherheitsbedenken an: «Die Fahrt mit dem Velo durch die heutige Tunnelgarage stellt für alle Verkehrsteilnehmer ein grosses Sicherheitsrisiko dar.» Die Platzverhältnisse seien zuweilen sehr eng und die Sichtverhältnisse mancherorts eingeschränkt, steht weiter geschrieben.

«Passiert ist in der Tunnelgarage bisher noch nie etwas», sagt Max Romann Pressesprecher der Stadtolizei Baden: «Wir wollen aber auch nicht warten, bis etwas passiert», fügt er an. «Ich stehe absolut hinter dem Velofahrverbot».

Die Polizei ist trotz der vielen Baustellen in der Stadt nicht kulanter gegenüber Velofahrern, die sich dem Fahrverbot widersetzen. «Wir führen in der Tunnelgarage nach wie vor sporadisch Kontrollen durch.»

Kirrmann versteht die Angst des Stadtrates und der Polizei nicht: «Dann müsste ja auch die Unterführung «Blinddarm» für den Veloverkehr verboten werden». Denn wenn die Sonne die Bus- und Velofahrer blende, sei die Situation problematisch.

«Wichtig ist, dass die Verkehrsteilnehmer Rücksicht aufeinander nehmen», sagt Kirrmann. Er hofft, dass das Gesuch als Denkanstoss für die Neugestaltung Schulhausplatz diene, denn da werden sich Velofahrer und Fussgänger den Platz in der Ebene unter dem Schulhausplatz und in der neuen Tunnelgarage ebenfalls teilen müssen.

Der Stadtrat verspricht in seinem Schreiben, dass die Velofahrer von dieser Neugestaltung profitieren werden. Kirrmann hat sich mit den Ideen der Stadt für den künftigen Veloverkehr auseinandergesetzt und sagt klar: «Die Vorschläge sind unbefriedigend.»