Baden
«Verbrechen und Strafe» feierte am Bezirksgericht ihre Vernissage

Die Badener Neujahrsblätter 2014 liegen vor. Von 230 Seiten sind 180 dem Thema «Verbrechen und Strafe» in Stadt und Region gewidmet. Das Redaktionsteam hätte für die Vernissage keinen besseren Ort finden können als der neue Gerichtssaal im «Falken».

Roman Huber
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Badener Neujahrsblätter 2014
8 Bilder
Stelldichein beim Apéro der Badener Neujahrsblätter 2014
Druckfrisch, die Badener Neujahrsblätter 2014
Im Gebäude des Bezirksgerichts gibt es für die Vernissagegäste auch etwas zu futtern
Die Gerichtspräsidenten Peter Rüegg, links, und Guido Näf, Mitte, für einmal im Zeugenstand an der Vernissage
Das Vernissage-Publikum lauscht gespannt der Einführung
Applaus für die gelungenen Badener Neujahrsblätter 2014
Das Redaktionsteam am Richterpul mit Ruth Wiederkehr, Katia Roethlin und Beatrice Trummer, von links,

Badener Neujahrsblätter 2014

Alex Spichale

Diesmal stehen keine Angeklagten vor dem Bezirksgericht in Baden. Es sind vielmehr zahlreiche Schreibtäter und -täterinnen aus dem rund 30-köpfigen Autorenteam, das dreiköpfige Redaktionsteam mit Katia Röthlin, Ruth Wiederkehr und Beatrice Trummer sowie eine kleine Gästeschar, die dem hereingebrochenen Winter getrotzt und den Weg ins Falkengebäude gefunden hat.

Dass dort die Vernissage des 89. Jahrgangs der Badener Neujahrsblätter (NJB) stattgefunden hat, musste zweifellos einen triftigen Grund haben. Dieser lag im Schwerpunktthema «Verbrechen und Strafe», das in seinen verschiedensten Fazetten, jedoch mit klar regionalem Bezug auf interessante wie amüsante und natürlich auch spannende Art auf 180 Seiten abgehandelt wird. Für die attraktive Aufmachung zeichnete wiederum der Badener Verlag hier + jetzt verantwortlich.

Quer durch die Jahrhunderte

Auch wenn sich die Neujahrsblätter wie ein Krimi lesen würden, so gehe es hier nicht um Fiktion, sondern um die Geschichte von und um Verbrechen und Strafe, schickte Ruth Wiederkehr voraus. Dann, nachdem Gerichtspräsident Peter Rüegg quasi als Hausherr die Runde begrüsst hatte, machte Katia Röthlin die Anwesenden neugierig und glustig auf das reichhaltige Werk.

Sie erwähnte den informativen Abriss über das Badener Gerichtswesen von Autor (und Anwalt) Jan Kocher, dann die Geschichte der Voser Rechtsanwälte, aber auch die Streifzüge durch die frühere Verbrechens- und Strafgeschichte, darunter sogar ein Lehrermord in Rütihof.

Kuriose Gesetzesvorschriften von damals (mit ungewollter Aktualität) über ungenügend deklariertes Fleisch sowie die polizeilichen Vollstrecker der Ordnung lassen den Leser staunen und schmunzeln. Eher schockierend fällt dann die Härte aus, mit der noch vor wenigen Jahrhunderten Gesetzesbrecher und bis im späten Mittelalter hierzulande Hexen angepackt wurden.

Die Neujahrsblätter zeigen sich auch mit einer feinen Auslese sehr persönlicher Geschichten. So geben sie Einblick in den Alltag des letzten Gefängniswärterpaares oder ins Archiv des Polizeireporters Heinz Fröhlich und stellen mit Rosmarie Mehlin diejenige Frau vor, die seit einem Vierteljahrhundert für die Leserschaft dieser Zeitung über Gerichtsverhandlungen und Angeklagte schreibt.

Der pensionierte Sicherheitschef der Stadt Baden, Martin Zulauf, erzählt, was ihn in seinen 23 Jahren als höchster Badener Polizist immerzu motiviert habe.

Regionale Entdeckungsfahrt

Der zweite Teil gibt traditionell Einblick ins regionale Geschehen abseits des Schwerpunktthemas. Mit einem bunten Mix ist es der Redaktion einmal mehr gelungen, eine unterhaltsame Lektüre aufzubereiten. Diese reicht vom Friedenskongress 1714, dessen 300-Jahr-Jubiläum Baden bald feiern wird, über 100 Jahre Historisches Museum Landvogteischloss bis zum Jahresbericht der Vereinigung für Heimatkunde des Bezirks Baden, die zusammen mit der Literarischen Gesellschaft Baden als Herausgeberin zeichnet.

Traditionsgemäss ehren die NJB mit Nachrufen bedeutende Verstorbene und lassen mit verschiedenen Jahresrückblicken auf die vergangenen 12 Monate zurückschauen.

«Ohne Gönner wäre es nicht möglich, ein solches Werk herauszugeben», fügte Ruth Wiederkehr an. Sie ermunterte zugleich Angesichts des gefallenen Schnees zum Kauf der NJB als ideales Geschenk, zumal Weihnachten nicht mehr weit entfernt sei.

Ebenso passend wie der Ort der Vernissage war mit dem Anwaltsbüro CHKP die Spenderin des Apéros, aber auch die Stückauswahl von Saxophonist Mario Schenlker mit der Titelmelodie von Pink Panther und Meckie Messer «Haifisch, der hat Zähne».

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