Vereinsgründung
«Politik betrifft jeden»: Baden erhält ein Jugendparlament ‒ und übernimmt Vorreiterrolle

Am 1. Mai ist es so weit: Ein Ort der Mitsprache für Jugendliche entsteht in Baden. Die erste Jugendsession soll im Herbst stattfinden.

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Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Jugendparlaments an einer virtuellen Sitzung. (Projektleiterin Gerda Klamer oben links)

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Jugendparlaments an einer virtuellen Sitzung. (Projektleiterin Gerda Klamer oben links)

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(wue)

In den vergangenen zwei Jahren sind Tausende von Jugendlichen fürs Klima laut geworden. Es hat sich gezeigt: Die Jungen möchten politisch mitreden. Das soll ab Mai auch in der Stadt Baden möglich sein.

Ein Jugendparlament startet mit 17 politisch motivierten und engagierten Jugendlichen und jungen Erwachsenen in die erste Runde, wie die Stadt in einer Mitteilung schreibt. Das sogenannte JuPa, Jugendparlament, steht allen Jugendlichen im Alter von 13 bis 25 Jahren offen. Dies, unabhängig von ihrer Herkunft und ihrem Aufenthaltsstatus.

Projekt stand schon 2019 fest

Mit der Gründung soll ein Ort der Mitsprache für Badener Jugendliche entstehen. Die Anliegen der Jugendlichen sollten gehört und berücksichtigt werden. So könne die politische Partizipation gefördert und ein Beitrag zur politischen Bildung geleistet werden.

Dass Jugendliche in Baden zu Parlamentariern werden sollen, stand schon 2019 fest. Anstoss dafür war das Label «Kinderfreundliche Gemeinde», welches die Stadt für weitere vier Jahre vom Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen Unicef erhielt. Im folgenden Jahr wurde die Kinder- und Jugendanimation der Fachabteilung Gesellschaft mit der Umsetzung des Jugendparlaments beauftragt. Mit Hilfe des Dachverbandes Schweizer Jugendparlamente DSJ ist ein eigenständiger Verein entstanden. «Wir haben die Jugendlichen in ihren Anliegen und dem Gründungsprozess unterstützt», sagt Projektleiterin Gerda Klamer auf Nachfrage. Mit der Vereinsgründung würden die Jugendlichen einen grossen Schritt in die Selbständigkeit machen. «Sie entscheiden, welche Projekte sie angehen möchten. Es geht ja um ihre Anliegen, welche im JuPa angegangen und umgesetzt werden sollen», ergänzt Klamer.

Stadt Baden ist ein Vorreiter

Die Vereinsgründung findet am 1. Mai – coronakonform – online statt. Anwesend werden neben den Jugendlichen und auswärtigen Interessenten auch Stadtrats- sowie Einwohnerratsvertretungen sein. Im Herbst findet eine erste Jugendsession statt. Die Mitglieder informieren auf dem offiziellen Instagram-Profil des JuPa (@jupabaden) über News und sonstige Ereignisse.

Die Stadt Baden ist ein Vorreiter. Denn im Aargau gibt es bisher nur das kantonale Jugendparlament sowie einen Jugendrat in der Freiämter Gemeinde Wohlen.

«Politik betrifft jeden»

Tabea, 21, Theologiestudentin
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Tabea, 21, Theologiestudentin

Für die 21-jährige Tabea ist Politik kein Neuland. Bisher war sie ein Vorstandsmitglied im kantonalen Jugendparlament. Jetzt geht es für sie in Baden weiter. Sie ist gespannt: «Es haben sich schon viele Jugendlichen gefunden.» Wie die Sitzungen bisher verlaufen sind? «Es sind schon fast mehr Ideen im Raum, als wir umsetzen können.» Umsetzen möchten die Jugendlichen vor allem eines: Junge Leute motivieren, sich mit der Politik zu befassen. Tabea ergänzt: «Politik betrifft jeden.»

«Ich bin neugierig und motiviert»

Larissa, 18, Schülerin an der WMS in Baden
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Larissa, 18, Schülerin an der WMS in Baden

In der Gründungsgruppe mit dabei ist auch die 18-jährige Schülerin Larissa. In Hinblick auf den 1. Mai zeigt sie sich gespannt. «Ich bin neugierig und freue mich auf die Entwicklung», sagt Larissa und ergänzt: «Ich hoffe, dass wir möglichst viele Jugendliche erreichen können.» Sie möchte zeigen, dass sich die Jugend für die Politik interessiert.

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