Baden
Verführt zum Nachdenken – Weihnachtsreise im Thik

Sprinzlas d’Advent für die Familie hat im Thik die Zuschauer auf eine besinnliche Weihnachtsreise entführt.

Barbara Scherer
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Schauspieler Gian Rupf schiebt die Geigerin und Clownin Julia Moa Caprez auf die ThiK-Bühne – diese ist gar in der Lage, kopfüber Geige zu spielen. barbara scherrer

Schauspieler Gian Rupf schiebt die Geigerin und Clownin Julia Moa Caprez auf die ThiK-Bühne – diese ist gar in der Lage, kopfüber Geige zu spielen. barbara scherrer

Dunkel ist es, auf der Bühne steht eine Schubkarre mit einem grossen Sack darauf. Mit tiefer Stimme beginnt der Mann im Anzug zu erzählen. Es geht um ein mysteriöses Paket vom Weihnachtsmann, adressiert an «für dich».

Wunderlich geht es zu und her in den Erzählungen des Bündner Schauspielers Gian Rupf. Im Thik Theater Baden liest er Geschichten vor, mit dabei auf der Bühne ist die Geigerin und Clownin Julia Moa Caprez. Zusammen sind die beiden Künstler zuvor noch nie aufgetreten. «Es ist unser Ziel mit dem Stück Tiefe und Besinnlichkeit zu erreichen», sagt Rupf.

Zeit der Besinnlichkeit

Was aus dem Paket «für dich» passiert, bleibt ungeklärt, doch aus dem grossen Jutesack auf der Bühne steigt auf einmal eine rot gekleidete Figur. «Ist das der Weihnachtsmann?», fragt ein Kind im Publikum – nein, es ist die Geigerin Caprez. Mit passenden Geigentönen unterstreicht sie die Pointen in den Geschichten und nimmt dabei auch mal etwas unkonventionelle Stellungen ein.

Schliesslich ist die Künstlerin auch akrobatisch gebildet, da lässt sie es sich nicht nehmen mal kopfüber Geige zu spielen. «Mit diesem Instrument wollen wir das Publikum verführen», sagt Rupf. Doch im Zentrum des Stückes stehen dann doch die Geschichten, die nicht nur die Kinder zum Nachdenken anregen.

Zuschauer erkennen sich selbst

Manch ein Erwachsener erkennt sich selbst wieder in den Erzählungen. «Heutzutage hat man genug Hektik, die Geschichten sollen zum Nachdenken anregen und Stimmung verbreiten», sagt Rupf. So geht es grösstenteils auch eher ruhig auf der Bühne zu und her. Schliesslich sollen besonders die jungen Zuschauer «etwas runter kommen», wie es Rupf nennt.

In den Geschichten geht es um weihnachtliche Mysterien, Freundschaft und Wertschätzung. Nach einer Erzählung von der Weihnacht im Wald bildet eine lange Geschichte über einen Weihnachtsbaum, der einfach nicht den Moment geniessen kann, bis es zu spät ist, den Abschluss. Es verbreitet sich dabei eine melancholische und nachdenkliche Stimmung im Publikum.

Selbst die Jüngsten werden ganz leise, das Licht geht aus und im Schein einer Kerze summen die beiden Künstler ein Ave Maria. Ein besinnliches und tiefgründiges Ende.

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