Baden
Vergnügliches in den Ferien: Der Badener Orgelsommer feiert sein 10-Jahr-Jubiläum

Als der Musiker Hans Zumstein in London einen Orgelsommer erlebte, wollte er die Idee nach Baden bringen. Dies ist ihm gelungen, denn mittlerweile feiert der Badener Orgelsommer sein 10-Jahr-Jubiläum.

Elisabeth Feller
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Organist Hans Zumstein in seinem Element.

Organist Hans Zumstein in seinem Element.

ALEX SPICHALE

Hans Zumstein traute seinen Augen nicht: Vor der Türe der katholischen Stadtpfarrkirche standen die Besucher Schlange. Dabei war am 11. Juli 2007 nur ein halbstündiges Orgelkonzert über Mittag angesagt. Doch dieses verhiess mit dem Appenzeller Marsch «Mit Schleff ond Schwung» sowie Johann Strauss’ «Radetzky-Marsch» Vergnügen pur. Für einmal nicht schwere, sondern leichtfüssige und pfiffige Musik in der Kirche – das wollten sich die Zuhausegebliebenen nicht entgehen lassen.

Eine Erfolgsgeschichte

Und so kam es, dass bereits das erste Konzert des von Hans Zumstein, Organist und Chorleiter an der Stadtpfarrkirche, gegründeten Badener Orgelsommers mit über 600 Besuchern «ausverkauft» war. Noch heute amüsiert sich der Wettinger, wenn er sich an den ersten Anlass erinnert: «Ich hatte niemals mit einem solchen Aufmarsch gerechnet. Deshalb hatte ich lediglich etwa 50 Programme drucken lassen. Die gingen weg wie warme Semmeln. Also musste ich jedes Stück ansagen.» Die Nachricht, dass der neue Badener Orgelsommer erfreulich sei, verbreitete sich in Windeseile. «Es handelt sich um eine Erfolgsgeschichte», bestätigt Hans Zumstein.

Doch wann und wo hatte alles angefangen? 2004. Damals weilte der Musiker in London, wo er einen Orgelsommer erlebte. «Das sollten wir in Baden auch machen», ging es ihm durch den Kopf. 2007 gleiste er dann ganz kurzfristig das Ganze auf. «Ich fragte Organistinnen und Organisten, ob sie mitmachen würden – und alle sagten sofort zu.»

Werke passend zur Sommerzeit

Nach wie vor berappt Hans Zumstein den Orgelsommer selbst, doch die Kollekte erlaubt mittlerweile auch Querfinanzierungen der Stadtkirchenkonzerte. Was hat sich geändert seit 2007? «Nichts», sagt der Musiker lachend. «Organistinnen und Organisten gestalten ihre Programme selbst. Einzige Vorgabe: Die Werke sollen leichterer Natur sein, da sie zur Sommer- und Ferienzeit passen sollen.»

Kein Wunder gab es in der Vergangenheit nicht nur «Prost und Trost» – Rezepte für Leib und Seele nach Texten von Martin Luther, sondern auch einen «Streit zwischen David und Goliath». Die Gegenwart kündigt sich für den 27. Juli an: «Lachend kommt der Sommer über das Feld», sagt der Organist Johannes Fankhauser und freut sich schon auf seine Improvisationen über Sommer- und Wanderlieder nach Wünschen aus dem Publikum. Hält man dieses so bei Laune, wird der Badener Orgelsommer wohl weitergeführt werden? «Aber ja», beteuert Hans Zumstein.

Hans Zumstein eröffnete den 10. Badener Orgelsommer am 6. Juli. Weiter spielen Antje Maria Traub am 13. Juli; Thomas Jäggi am 20. Juli; Johannes Fankhauser am 27. Juli und Alina Nikitina am 3. August. Die Konzerte finden in der katholischen Stadtpfarrkirche Baden jeweils von 12.15–12.45 Uhr statt; Kollekte.