Künten
Verkaterte Sänger und «alte Säcke» am Jahreskonzert der Männerchöre

Am Jahreskonzert haben die Männerchöre ihr Können gezeigt - und sogar gerappt. Die beiden Vorstellungen waren ausverkauft und das Publikum so begeistert, dass es teilweise auch mitsang.

Fabienne Tanoa
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Jahreskonzert Männerchor Durchschnittsalter 59 - der "Liederkranz" sorgte mit Volksmusik wie "Zoge am Bode" oder "Ewigi Liebi" für Stimmung.
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Verkaterte Sänger und «alte Säcke»
Jahreskonzert Männerchor Durchschnittsalter 59 - der "Liederkranz" sorgte mit Volksmusik wie "Zoge am Bode" oder "Ewigi Liebi" für Stimmung.
Jahreskonzert Männerchor Durchschnittsalter 54 - Auch wenn sie laut dem Vize-Vereinspräsidenten Stefan Staubli zu wenig proben, brachte "Spezicanto" das Publikum zum klatschen und mitsingen.

Jahreskonzert Männerchor Durchschnittsalter 59 - der "Liederkranz" sorgte mit Volksmusik wie "Zoge am Bode" oder "Ewigi Liebi" für Stimmung.

Fabienne Tanoa

Im Publikum des Jahreskonzerts der Männerchöre Künten fanden sich nicht nur die üblichen Verdächtigen, sondern auch viele Jugendliche und Mitt-Zwanziger – die Mehrzweckhalle war bei beiden Vorstellungen am Wochenende ausverkauft. «Die Fan-Gemeinde des K-City-Chörli», erklärte Stefan Staubli, Vizepräsident des Vereins, bei der Begrüssung des Publikums.

Mit einem Alter von durchschnittlich 21 Jahren ist das K-City-Chörli (Künten-City-Chörli) denn auch deutlich jünger besetzt, als der «Liederkranz» mit einem Durchschnittsalter von 59 Jahren und «Spezicanto» mit 54 Jahren.

«Dann starten wir jetzt mit dem K-City-Chörli», sagte Stefan Staubli. «Moment!», rief einer aus dem Publikum. «Die haben alle noch einen Hangover nach der Siegesfeier der Schweizer Nati. Gebt den armen Kerlen noch zehn Minuten.»

Das Publikum lachte und ganz nach dem Motto «Alter vor Schönheit» trat zuerst der «Liederkranz» auf – wie es natürlich auch im Festprogramm vorgesehen war. Mit einem Potpourri von alt bekannten Volksmusik-Liedern wie «Zoge am Bode» oder «Ewigi Liebi» sorgte der älteste der drei Chöre für viel Applaus und veranlasste das Publikum in der Mehrzweckhalle immer wieder zum Mitsingen.

«Das ist voll daneben gegangen»

Dann war die junge Generation dran: In schwarzen Kapuzen-Pullovern mit der Aufschrift «K-City-Gang» betraten die sieben Jungs die Bühne und begannen zu rappen. Ein rappender Männerchor? «Das ist voll daneben gegangen», fanden selbst die Rapper nach dem Auftritt.

«Lasst uns wieder zurückkehren zum alten Programm.» Erleichterung war im Publikum zu spüren, als unter den Pullovern traditionelle Edelweiss-Hemden zum Vorschein kamen. Dann steckten die jungen Männer die Hände in die Hostentaschen und gaben begleitet von einem Handörgeli Lieder wie «Em Sepp sy Chatz» zum Besten.

Die Freude der Männer am Singen war spürbar und übertrug sich auf das begeisterte Publikum. «Wir sind stolz auf euch», lobte Vizepräsident Stefan Staubli nach dem Auftritt. «Den Chor zu gründen war die beste Sauf-Idee, die wir je hatten», entgegnete das K-City-Chörli.

Dann gehörte dem «Spezicanto-Chor» die Bühne, der laut Stefan Staubli fast nur «aus alten Säcken besteht», die viel zu wenig zu den Proben erscheinen. Alter und Fleiss hin oder her: Der Chor sorgte mit «Mister Sandman», «Surfin’ USA» oder «Hit the Road Jack» für Stimmung im Publikum.

Der Abend wurde abgerundet mit dem Einakter der Theatergruppe Künten mit dem Titel «Bsuech vom Land».