Mit dem Schulbeginn war die Schonfrist für die Verkehrsführung am Schulhausplatz vorbei. Es folgte der erste Stresstest. Zwei Wochen später lässt sich zwar keine chronische Überlastung – wie von verschiedenen Seiten prophezeit – der Verkehrsachsen um den Schulhausplatz und die Stadt Baden feststellen. Aber die Staulänge und die damit verbundene Wartezeit variiere sehr stark: «Die Unterschiede sind relativ schwierig zu erklären», sagt Arnim Wagner, Projektleiter Verkehrstechnik beim kantonalen Baudepartement. Viele Autofahrer befänden sich in einer «Findungsphase».

Die Verkehrssituation in Baden am 20. August 2015:

Der Verkehr auf dem Schulhausplatz.

Der Verkehr auf dem Schulhausplatz.

«Sie probieren andere Wege und Reisezeiten aus, das ist am Anfang einer Bauphase üblich», erklärt Wagner. Zudem habe es bereits vor der Sanierung des Schulhausplatzes grosse Schwankungen im Raum Baden gegeben. Immerhin seien bisher keine Überraschungen aufgetreten: «Die neuralgischen Staugebiete konnten wir ziemlich gut voraussehen.»

Anpassungen bei Grünphasen

Seit Beginn der Sanierung hätten bestimmte Anpassungen stattgefunden. «Neben einigen kleineren, technischen Optimierungen mussten wir die Grünzeiten an gewissen Stellen verkürzen oder verlängern», sagt Wagner. Dies aufgrund der veränderten Verkehrscharakteristik. Ein Beispiel am Brückenkopf Ost der Hochbrücke: «Es fahren viel weniger Fahrzeuge von Baden her über die Hochbrücke.» Auch in der Gegenrichtung sind weniger Autos unterwegs. «Deshalb ist die Grünphase an diesen Stellen kürzer, dafür kommen die Autos von der Seminarstrasse her schneller über die Kreuzung.

Beinahe zeitgleich mit dem Spatenstich am Schulhausplatz wurden an der Mellingerstrasse in Dättwil und vor der Autobahnausfahrt Baden-West Stautafeln montiert. Wagner erklärt: «Damit können wir die Verkehrsteilnehmer auf die schnellste Route führen.» Die Tafeln zeigen nämlich, wie viele Minuten man auf der jeweiligen Strecke bis ins Badener Stadtzentrum im Stau verliert. Die angegebenen Zeiten beziehen sich nur auf die Teilstrecken am Dättwiler Weiher und an der Neuenhoferstrasse im Zulauf zum Schulhausplatz. Die Wartezeit in der Mellingerstrasse unmittelbar vor dem Schulhausplatz wird nicht berücksichtigt, da diese sich auf einem konstanten Niveau einpendeln sollte. «Deshalb können die Tafeln missverstanden werden», sagt Arnim Wagner. Ansonsten habe er bisher nur positives Feedback erhalten.