PROJEKT OASE
«Unser Widerstand hat sich gelohnt»: Präsident der Umfahrungsgegner kündigt Ende des Widerstands an

Jahrelang hat sich das Siggenthal gegen die sogenannten «Oase»-Verkehrspläne des Kantons für eine Umfahrung Badens gewehrt. Nun aber zeigen sich beide Seiten bereit für konstruktive Gespräche. Eugen Frunz, Präsident des Komitees «Oase so nicht», gibt Auskunft.

Pirmin Kramer
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Eugen Frunz: «Erfreut stellen wir fest, dass die grossen Bedenken aus dem Raum Siggenthal ernst genommen werden.»

Eugen Frunz: «Erfreut stellen wir fest, dass die grossen Bedenken aus dem Raum Siggenthal ernst genommen werden.»

Roman Huber

Ein neuer Tunnel, der Bau einer Brücke von Baden nach Wettingen und die Umnutzung der Hochbrücke für die Limmattalbahn: Vor allem mit diesen drei Ideen wollte der Kanton Aargau die Verkehrsproblematik in der Region Baden lösen. Doch die Siggenthaler Gemeinden leisteten seit Jahren enormen Widerstand. Ihre Befürchtung: Alleine Baden profitiert von der geplanten Umfahrung, während die umliegenden Gemeinden unter Mehrverkehr leiden werden.

Vor wenigen Tagen teilte der Regierungsrat nun aber mit: «Wir schlagen vor, dass die im Gesamtverkehrskonzept geplante Zentrumsentlastung Baden, die Umnutzung der Hochbrücke und die neue Limmatbrücke im Richtplan unverändert auf Stufe Zwischenergebnis bleiben.» Im Gegensatz dazu werden die Pläne für die Region Brugg konkreter: Sie sollen im Richtplan auf die Stufe Festsetzung angehoben werden. Weiter teilte der Kanton mit, die Planung der Massnahmen werde mit Einbezug der betroffenen Gemeinden (Neuenhof, Wettingen, Baden, Ennetbaden, Obersiggenthal, Untersiggenthal, Turgi, Ehrendingen, Freienwil) und des Regionalplanungsverbands fortgesetzt.

«So nicht»: Ober- und Untersiggenthal wehrten sich in den letzten Jahren mit Händen und Füssen.

«So nicht»: Ober- und Untersiggenthal wehrten sich in den letzten Jahren mit Händen und Füssen.

BT-Archiv

Eugen Frunz, Präsident der Interessengemeinschaft (IG) «Oase so nicht», freut sich über diese Nachricht des Regierungsrats: «Unser Widerstand hat sich gelohnt. Erfreut stellen wir fest, dass die grossen Bedenken aus dem Raum Siggenthal ernst genommen werden.» Nun könne der weitere Ablauf hin zu einer neuen siedlungsverträglichen Vorlage und Botschaft an den Grossen Rat unter Einbezug aller Betroffenen starten.

In den vergangenen Monaten fanden mehrere Gespräche zwischen Kanton und «Oase»-Gegnern statt, berichtet Frunz. Er kündigt nun gar das Ende des Widerstands an:

«Wir sind bereit, unsere bisherige Oppositionsaufgabe in eine konstruktive Mitarbeit zu wandeln.»

Dies bedinge jedoch ganz klar, «dass der Prozess, wie dies erfreulicherweise der Kanton nun durchblicken lässt, auch tatsächlich mit unseren vorgenannten Forderungen im Einklang ablaufen wird».

Ziel müsse sein, ein Gesamtverkehrsprojekt zu erarbeiten, das sämtliche Verkehrsarten miteinbeziehe. «Dazu sind neue Ideen gefragt, ausgetrampelte Verkehrspfade müssen verlassen werden.»

Die IG «Oase so nicht» wolle sich zukünftig aktiv an einer Gesamtlösung im Raum Baden beteiligen. «Zurzeit laufen Gespräche in der ganzen betroffenen Region, damit eine IG Verkehr Region Baden gegründet werden kann.» Diese soll dann vom Kanton in den neuen Prozess eingebunden werden. Darin sollen sowohl Bürger, Verbände, Behörden und weitere Organisationen Einsitz nehmen.

Auch die Gemeinden Ehrendingen, Freienwil, Obersiggenthal und Untersiggenthal melden sich zu Wort. «Wir nehmen erfreut zur Kenntnis, dass der Kanton die Planungen im Raum Baden überarbeiten will. Die hier vorgesehenen grossen Infrastrukturmassnahmen sollen einstweilen noch nicht im Richtplan festgesetzt werden.» Nachdem in der Anhörung erhebliche Vorbehalte gegen verschiedene Vorhaben und das erwartete Verkehrsaufkommen geäussert wurden, soll noch in diesem Jahr eine koordinierte Planung von Kanton, Regionalplanungsverbänden und mit Einbindung der betroffenen Gemeinden starten, heisst es in der Mitteilung der Gemeinden.