Wettingen

Tempo-30-Zone auf Märzengasse: Gemeinderat gibt nach Petition Gutachten in Auftrag

Die Anwohner der Märzengasse wollen die Verkehrssicherheit erhöhen.

Die Anwohner der Märzengasse wollen die Verkehrssicherheit erhöhen.

Der Gemeinderat Wettingen legt nach der Ende April veröffentlichten Petition eine offizielle Antwort zum Thema Tempo 30 auf der Märzengasse vor. Er befürchtet weitreichende Konsequenzen auf den Quell-, Ziel- und Durchgangsverkehr. Ein Gutachten soll nun die Vor- und Nachteile abwägen.

Ende Mai verlangte der Wettinger Bruno Hunziker auf der Onlineplattform petitio.ch, dass auf der Märzengasse Tempo 30 eingeführt wird. Die aufgeschaltete Petition fand schnell Anklang – innert kürzester Zeit wurde das Ziel von 200 Unterschriften erreicht. Insgesamt 432 Unterstützer schlossen sich bis Ende der Annahmefrist dem Wunsch von Hunziker an.

Als Grund für die Forderung nach Tempo 30 führte er damals an, dass der Verkehr auf der Strasse, die mitten durch den alten Dorfkern führt, massiv zugenommen hat. Das habe viele negative Auswirkungen auf die Quartierbewohner, schreibt Hunziker.

Nun hat der Gemeinderat Wettingen eine offizielle Antwort vorgelegt. «Es scheint ein grosses Anliegen der Wettinger Bevölkerung zu sein, auf der Märzengasse Tempo 30 einzuführen. Dies hätte jedoch weitreichende Konsequenzen auf den Quell-, Ziel- und Durchgangsverkehr», schreibt er auf petitio.ch

Er will diese und weitere Konsequenzen seriös ermitteln lassen. Ein Gutachten soll nun die Vor- und Nachteile (inkl. Trottoir-Erstellung) einer Einführung von Tempo 30 abwägen. Bevor allfällige Anpassungen im kommunalen Gesamtplan Verkehr (KGV) vorgenommen werden, soll es dem Gemeinderat als Grundlage für eine Entscheidung dienen.

Die Strasse hat eine wichtige Bedeutung zur Bündelung des Verkehrs 

Für Bruno Hunziker ist derweil klar, dass Handlungsbedarf besteht: «Viele Anwohner, darunter auch ich, bemängeln schon lange die Verkehrssicherheit an dieser Strasse. Sie ist vor allem für die Kinder aus dem Quartier gefährlich, welche die Märzengasse überqueren müssen, um zur Schule zu kommen.» 

Noch zeigt sich der Gemeinderat Wettingen aber skeptisch. Die Märzengasse sei im kommunalen Gesamtplan Verkehr als Hauptsammelstrasse klassifiziert und erfülle demzufolge eine wichtige Bedeutung zur Bündelung und Ableitung des Verkehrs aus den umliegenden Quartieren.

«Mit der Umsetzung Tempo-30-Zonen 2013 war es ein bedeutendes Konzept zur Sicherung der Quartiere vor Schleichverkehr, die Hauptsammelstrasse in Tempo 50 zu belassen. Es wurde in diesem Zusammenhang nachdrücklich kommuniziert, dass man nicht beabsichtigt, flächendeckendes Tempo 30 einzuführen», schreibt der Gemeinderat. Dass diese Ausführung nach wie vor Gültigkeit hat, habe man seither immer wieder öffentlich kommuniziert. 

Gemeinderat befürchtet unkontrollierten Verkehr durch die Quartiere 

Die wichtige Rolle der Märzengasse ist dabei auf den kommunalen Gesamtplan Verkehr (KGV, Stand 23. Juni 2016) zurückzuführen. Damals wurde festgestellt, dass die Aufenthaltsqualität entlang der  Gemeindestrassen verbessert werden soll. Das Ziel? Den motorisierten Durchgangsverkehr so gut wie möglich von Gemeindestrassen fernhalten und über die Kantonsstrassen und Hauptsammelstrassen zu leiten.

Bei einer Einführung von Tempo 30 auf der Märzengasse befürchtet der Gemeinderat, dass die fehlenden unterschiedlichen Geschwindigkeitsregime dazu führen, dass die Autofahrer möglicherweise wieder unkontrolliert den kürzesten Weg durch die Quartiere suchen. «Ebenfalls ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass der Ruf nach Tempo 30 auf weiteren Hauptsammelstrassen folgen würde und somit das Konzept Tempo 50 auf Hauptsammelstrassen von 2013 hinterfragt werden müsste.»

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