Easyvote

Verständliche Abstimmungshilfe soll Badens Junge an die Urne locken

Jonas Fricker, team Baden: «Wer bis 25 Jahre nie an die Urne geht, wird es auch später nicht tun.»

Jonas Fricker, team Baden: «Wer bis 25 Jahre nie an die Urne geht, wird es auch später nicht tun.»

Einwohnerrat Jonas Fricker möchte in Baden Easyvote einführen. Von der Abstimmungshilfe würden in Baden 1350 junge Leute zwischen 18 und 25 Jahren profitieren. Die Kosten: rund 7300 Franken.

«Jugendliche und junge Erwachsene beteiligen sich weniger stark an Wahlen und Abstimmungen als ihre älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger», begründet Jonas Fricker sein Postulat. Darin trägt Fricker, Präsident der Grünen Aargau, ein allgemeines Anliegen seiner Partei in den Badener Einwohnerrat, wo er für das team Baden Einsitz hat.

Er fordert den Stadtrat auf, die Einführung von Easyvote zu prüfen. Easyvote ist eine verständliche Abstimmungshilfe, die für nationale und kantonale Abstimmungen von Jugendlichen für Jugendliche gemacht wird. Deren Produktion läuft nach einem klar vorgegebenen Prozess ab. Die Neutralität von Easyvote sei jederzeit gewährleistet, heisst es. Easyvote erklärt eine Abstimmungsvorlage auf jeweils zwei A5-Seiten.

7300 Franken pro Jahr

Ein Jahresabonnement bei Easyvote kostet 5 Franken pro jugendliche Person. Darin sind bis zu vier Abstimmungshilfen pro Jahr enthalten, die direkt nach Hause geschickt werden, sodass die Gemeinde nichts damit zu tun hat. In Baden wohnen rund 1350 junge Stimmberechtigte zwischen 18 und 25 Jahren. Somit würden Kosten von rund 7300 Franken (inklusive Mehrwertsteuer) erwachsen.

«Die Sozialisation im Bereich der politischen Partizipation bei den Jugendlichen erfolgt zum grössten Teil zwischen 18 und 25 Jahren», erklärt Fricker. Wer in dieser Zeit bereits einige Male an Abstimmungen und Wahlen teilnehme, werde höchstwahrscheinlich auch im späteren Leben immer wieder an die Urne gehen, so Fricker. «Wer jedoch bis
25 Jahre nie an die Urne geht, wird es auch später nicht tun», folgert er.

Für den Kanton Aargau gibt es seit den Abstimmungen im Juni 2012 eine kantonale Ausgabe von Easyvote. 34 Aargauer Gemeinden beteiligen sich zurzeit an diesem Projekt, in der Region Baden sind dies Ehrendingen, Freienwil, Niederrohrdorf, Windisch und Wohlenschwil. Schweizweit sind es 228 Gemeinden, die insgesamt 57 000 Jugendliche ins politische Geschehen einbinden.

Junge Leute sollen sich einbringen

Easyvote ist ein Projekt des Dachverbandes Schweizer Jugendparlamente, wo die Idee auch geboren wurde. Es wird vom Bundesamt für Sozialversicherungen, mehreren Stiftungen und von der Fachstelle Jugend des Kantons Aargau unterstützt. Die Abstimmungsunterlagen werden von über 120 Jugendlichen ehrenamtlich erarbeitet.

Es würden vor allem bildungsferne Kreise von der Abstimmungshilfe profitieren, gehe aus einer Studie des Staatssekretariates für Bildung und Forschung hervor, schreibt Fricker in seinem Postulat. Wenn man die politische Beteiligung von Jugendlichen fördere, sei dies nicht nur darum, damit diese Zielgruppe ihre Interessen wahrnehmen und einbringen könne, führt der Postulant weiter aus. «Die Hilfe ist auch eine Grundlage dafür, dass das direktdemokratische System der Schweiz langfristig fortbestehe», fügt er an.

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