Am Hahnrainweg 13 im Kriesi-Areal steht ein grünes Haus, an der Fassade klettern Efeuranken entlang. Manch einer ist schon an dem Gebäude vorbei-gegangen, ohne zu wissen, dass sich dort seit 2010 das Vereinslokal Trotamundos, zu Deutsch Weltenbummler, befindet. Nur ein bunter Schriftzug auf einer Tafel weist darauf hin. Nachdem die Überbauungspläne des Areals auf Eis gelegt worden sind, hat die Bar nun eine Bewilligung zur dauerhaften Nutzung erhalten, unter der Auflage eine energetische Teilsanierung vorzunehmen.

Bisher hat das Lokal zweimal eine dreijährige Bewilligung zur Zwischennutzung erhalten, ein weiteres Mal wäre dies nicht mehr möglich gewesen. Zusammen mit der Energiefachstelle Baden erarbeitete das «Trotamundos»-Team einen Plan für eine Teilsanierung. «Eine komplette Isolierung des Gebäudes wäre umweltschädlicher», sagt Marita Sutter, Vereinspräsidentin «Trotamundos» Baden. Grund dafür sei, dass im Winter nur drei Mal in der Woche für einige Stunden mit einem Holzofen geheizt wird und im Schnitt weniger CO2 und andere Abfallprodukte entstehen als bei der Herstellung von Isolationsmaterial. Eine Gesamtisolation wäre somit umweltbelastender, als wenn ein Teil des Gebäudes unisoliert bleibt. «Das ganze Gebäude zu isolieren, wäre auch zu teuer geworden», sagt Sutter. Diesen Sommer werden der Holzboden sowie die Decke im vorderen Bereich der Bar und eine Wand isoliert. Bei den Sanierungsarbeiten legen die «Trotamundos»-Teammitglieder selbst Hand an.

Finanziert wird die Sanierung durch Bernd Reichert, den Besitzer der Liegenschaft. «Ich freue mich, wie sich das Lokal entwickelt hat. Ehrlich gesagt wüsste ich gar nicht, was ich sonst mit dem Haus machen würde», sagt Reichert. Denn als Wohnhaus eignet sich das grüne Haus am Eck nicht. Deshalb sei für ihn schon sehr früh klar gewesen, dass etwas in dem Haus laufen solle. Heute sei er stolz auf die Bar und gehe selbst ab und zu vorbei.

Lokal bleibt weiterhin ein Verein

Dabei handelt es sich beim «Trotamundos» um ein Vereinslokal, nur zehn Franken kostet die dauerhafte Mitgliedschaft. Harten Alkohol gibt es keinen, dafür werden viele alternative Getränke mit und ohne Alkohol angeboten. Regelmässige Spieleabende und Konzerte beleben die bunt bemalte Bar. «Das Lokal wird bleiben, wie sie ist», sagt Sutter. Das «Trotamundos» wolle den Badenern einen kulturellen Raum bieten, wo politisiert und diskutiert werden könne. In der Form eines Vereins sei es allen Mitgliedern möglich, mitwirken und ihre Ideen einbringen zu können, so Sutter. Ausserdem darf man im Lokal rauchen. Heute zählt der Verein rund 2000 Mitglieder. «Natürlich dürfen sich Neugierige auch ohne Mitgliederausweis bei uns umschauen.» Über die Bewilligung freut sich das ganze «Trotamundos»-Team. Sutter: «Das Lokal ist unser Hobby, hier können wir uns verwirklichen.»