Velofahrer reiben sich verwundert die Augen: Auf der kürzlich renovierten Ehrendingerstrasse ist zwar ein gelber Velostreifen eingezeichnet worden – doch befahren werden darf dieser nicht. Denn rund 50 Meter vor Beginn des Streifens steht ein Verbotsschild, das unmissverständlich ausdrückt: Velofahren ist auf dem Velostreifen verboten!

Bei der Ehrendingerstrasse handelt es sich um eine Kantonsstrasse. Kai Schnetzler, Leiter Verkehrssicherheit beim Kanton Aargau, erklärt: «Das Verbot für Velofahrer gilt nur noch für einige Wochen.» Eingeführt wurde es zu Beginn der Bauarbeiten. Dieses Frühjahr würden noch letzte Arbeiten auf der Ehrendingerstrasse ausgeführt. In dieser Zeit werde die Strasse zum Teil nur einspurig befahrbar und für Velofahrer gesperrt sein. Dies, weil diese bergaufwärts nicht so schnell unterwegs seien wie Autos, die Grünphasen müssten für Velofahrer extra verlängert werden. Schnetzler erklärt weiter: «Zwar hätten wir in den vergangenen Monaten seit dem Abschluss des ersten Teils der Sanierungsarbeiten das Fahrverbot aufheben können, aber wir haben uns bewusst dagegen entschieden. Wir wollten kein ständiges Hin und Her bezüglich des Fahrverbots.» Derzeit gilt auch ein noch Velofahrverbot in Gegenrichtung. «Sobald die Bauarbeiten abgeschlossen sind, gilt freie Fahrt für Velofahrer in beiden Richtungen», so Schnetzler.

Neue Leitplankenlösung in Sicht

Bereits Ende letzten Jahres war die sanierte Ehrendingerstrasse in den Schlagzeilen geraten. Der Tourenchef des Motorrad-Clubs Baden bezeichnete die neuen Leitplanken als lebensgefährlich. «Es ist nur eine Frage der Zeit, bis hier ein schwerer Unfall passiert», sagte Peter Schmid. Erstens bestehe die Gefahr, unter der Leitplanke durchzurutschen, weil zwischen erster Querstange und Strasse eine viel zu hohe Lücke klaffe. Zweitens sei nicht auszuschliessen, dass man nach einem Sturz an einem der senkrechten Eisenstangen hängenbleibe, was zu schweren Verletzungen führen könne. Und drittens seien die Leitplanken viel zu hoch, sie befänden sich ausgerechnet auf Kopfhöhe der Motorradfahrer. Es könnte Kopfverletzungen erleiden, wer die Herrschaft über sein Fahrzeug verliere und mit hohem Tempo in das Eisengerüst pralle, sagte Schmid.

Er forderte mindestens die Installation eines Unterfahrschutzes, also eine Abdeckung entlang der unteren Seite der Leitplanke, die das Durchrutschen verhindern könnte. Ein solcher Schutz war bis vergangenen Winter montiert, doch er verunmöglichte, den Schnee ganz von der Strasse wegzuräumen. Darum wurde der Schutz wieder entfernt. Nun hat der Kanton reagiert, erklärt Schnetzler: «Die aktuelle Leitplanken-Lösung ist nicht ideal. Darum haben wir einen Experten beauftragt, eine bessere Lösung zu finden. Der Bericht soll bald eintreffen.»