Wettingen
Verwirrung um Veranstaltung von Corona-Leugnerin Theres Schöni

Abgesagt oder nicht? In Wettinger Briefkästen lagen Flyer für einen Vortrag der Politikerin Theres Schönie. Sie ist auch eine Kritikerin der Coronamassnahmen.

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Theres Schöni

Theres Schöni

Zur Verfügung gestellt

«Selbstbestimmte Gesundheit in Coronazeiten», das ist der Titel eines Flugblatts, das eine Wettingerin diese Woche in ihrem Briefkasten fand und an die AZ weiterleitete. Darauf abgebildet: Referentin Theres Schöni von der Partei Lösungsorientierte Volksbewegung (LOVB). Sie ist einem breiteren Publikum bekannt geworden, weil sie sich am Wahlsonntag im Oktober geweigert hatte, einen Mundschutz anzuziehen, und deshalb aus dem Regierungsratsgebäude getragen werden musste. Ausserdem behauptet sie, es gäbe keine Pandemie, weshalb sie sich gegen die Massnahmen ausspricht.

Auf dem Flyer wird die Veranstaltung am Samstagmorgen, 23. Januar, im Hotel Restaurant Zwyssighof angepriesen. Schöni wird darauf als «die versierte Referentin, welche im Bereich Demokratie, Gesellschaft, Wirtschaft und Gesundheit mit ganzheitlichem Ansatz zu neuen Lösungen verhilft», bezeichnet.

Laut dem Geschäftsinhaber des «Zwyssighofs», Raj Patoli, werde die Veranstaltung aber nicht durchgeführt. Nicht wegen des Inhalts dieser, sondern, um nicht gegen die Massnahmen des Bundes zu verstossen. Aktuell sind Veranstaltungen bis und mit 22. Januar verboten. Ob das Verbot verlängert wird, wird nächsten Mittwoch entschieden.

Eine politische Veranstaltung?

Schöni war am Freitag nicht erreichbar. Den Vortrag organisiert hat aber auch nicht sie selbst, sondern der Verein «Bürger für Bürger», präsidiert vom Zürcher Rechtsanwalt Markus Erb. Mit dem Flyer habe er nichts zu tun, sagt er. Seiner Meinung nach ist die Veranstaltung nicht abgesagt: «Wir sind im Gespräch mit dem Kanton Aargau. Ob der Anlass durchgeführt wird, entscheiden wir in Absprache mit diesem.» Es handle sich um eine politische Veranstaltung zur Meinungsbildung, und die seien bis 50 Personen erlaubt.

Thema des Vortrags wäre eine Gesundheitsmitbestimmungs-­Initiative, in der laut Flugblatt-Beilage gefordert wird, «dass der Bund im Gesundheitswesen neu verschiedene Versicherungsmodelle akzeptieren soll, die den unterschiedlichen Bedürfnissen entsprechen».

Das Ansinnen wird vom 2002 gegründeten Verein unterstützt. «Bürger für Bürger» war 2008 treibende Kraft hinter der Initiative «Volkssouveränität statt Behördenpropaganda», auch ­bekannt als Maulkorb-Initiative, die Behörden öffentliche Auftritte im Vorfeld zu Abstimmungen verbieten wollte. Die Initiative scheiterte aber mit 75,2 Prozent Nein-Stimmen deutlich. (cla)