Baden
Verwirrung wegen Broschüre: Apotheker empfehlen falsche Buslinie

In die Broschüre der Notfallapotheke haben sich Fehler eingeschlichen. So führt die Buslinie 3 nicht wie beschrieben zur Notfallapotheke. Beschwert oder verirrt hat sich deswegen aber niemand.

Manuel Bühlmann
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Thomas Strasky beim Bus Nr. 6, der zur Notfallapotheke fährt. Mbü

Thomas Strasky beim Bus Nr. 6, der zur Notfallapotheke fährt. Mbü

Buslinie 3 statt 6: Ein kleiner Fehler in der Broschüre der Notfallapotheke Baden-Dättwil, die in den letzten Tagen in rund 40000 Haushalte verschickt wurde, hat für Verwirrung gesorgt. Denn die Buslinie 3, die dort als schnellstmögliche öV-Verbindung empfohlen wird, führt statt zum Kantonsspital zum Friedhof Brunnenwiese in Wettingen. Richtig sind die Linien 6 und 7.

Keine Patienten im falschen Bus

Sehr geärgert habe er sich, sagt Thomas Strasky, als er den Fehler bemerkte. Das Vorstandsmitglied der Genossenschaft Notfallapotheke hat von der kleinen Panne erst aufgrund eines Zwischenrufs in der Aargauer Zeitung erfahren (az vom 30.10.). Denn Reaktionen aus der Bevölkerung blieben bis anhin aus – bis auf eine Ausnahme. Der Mann, der sich deswegen per Mail bei der Notfallapotheke gemeldet habe, sei über das Missgeschick aber eher amüsiert gewesen. Von Personen, die sich aufgrund der Broschüre in den falschen Bus gesetzt haben, ist Strasky nichts bekannt. «Die Mehrheit der Patienten fährt sowieso im Auto zur Notfallapotheke», sagt Strasky, der die Schwanen Apotheke in Baden führt.

Wie es zum Fehler kommen konnte, kann Thomas Strasky nicht sagen. Möglicherweise stammten die Angaben von der Website der Stadt Baden, wo bei den Angaben zum Kantonsspital noch immer eben genau diese Linie 3 aufgeführt wird. «Das soll aber keine Entschuldigung sein.»

Ein weiterer Fehler hat sich bei den Öffnungszeiten eingeschlichen: Der Normalbetrieb dauert unter der Woche bis 18.30 Uhr statt bis 19 Uhr, entsprechend beginnt der anschliessende Notfalldienst eine halbe Stunde früher, sodass die Notfallapotheke rund um die Uhr besetzt ist.

Ein defizitäres Geschäft

Ziel der Broschüre war es die Notfallapotheke beim Kantonsspital in der Bevölkerung bekannter zu machen. Vor fünf Jahren riefen die meisten Apotheker der Region eine gemeinsame Notfallapotheke ins Leben. «Sie war die erste dieser Art in der Schweiz», sagt Strasky. Entgegen kam ihnen dabei, dass der Besitzer der Husmatt-Apotheke sein Geschäft zur Verfügung stellt, das in unmittelbarer Nähe zum Spital liegt.

Die Apotheke kann aufgrund der Nachtzuschläge und der unregelmässigen Kundschaft nicht kostendeckend betrieben werden. Die Genossenschaft der 26 beteiligten Apotheken springt finanziell ein. «Eine defizitäre Angelegenheit», sagt Strasky.

23 000 Patienten in der Apotheke

Dennoch überwiegen die Vorteile: Einerseits müssen die einzelnen Apotheken nicht mehr selber einen nächtlichen Notfalldienst anbieten. Andererseits ist das Angebot patientenfreundlicher. Wer davor vom Notfallarzt ein Rezept bekam, musste das Medikament beim Notfallapotheker holen – der sich unter Umständen in einer weit entfernten Gemeinde des Kantons befand. «Das Angebot hat sich bewährt», sagt Strasky. Im letzten Jahr kamen knapp 23000 Personen in die Notfallapotheke nach Baden.

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