Baden

Viel Aufregung um nichts? Die Stadt hat Konzession für Café «Kajüte» neu ausgeschrieben – nur eine Bewerbung

Das Flusscafé «Kajüte» an der Badener Limmatpromenade hat sich zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt.

Das Flusscafé «Kajüte» an der Badener Limmatpromenade hat sich zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt.

Die Stadt Baden hat den Betrieb neu ausgeschrieben − das Dossier der aktuellen Betreiber ist aber bis jetzt das einzige, das eingereicht worden ist. Die Betreiber sind erleichtert und freuen sich über die Solidarität der Gastronomen.

Im Frühling 2018 eröffneten Fabienne und Jay Tanoa das Café «Kajüte» an der Limmatpromenade in Baden. Ob die beiden ihre beliebte Flussbeiz weiterhin betreiben können, war unklar: Die Stadt schrieb den Betrieb einer «Buvette» diesen März für Mai 2022 bis Oktober 2029 neu aus. Am vergangenen Freitag ist die Frist für die Postaufgabe der Bewerbung abgelaufen. «Bis jetzt ist ein Dossier eingegangen», sagt Stadtpolizei-Chef Martin Brönnimann. Bis Freitag könnten aber noch weitere Bewerbungen eingehen, sofern diese mit B-Post eingereicht worden seien, so der Leiter öffentliche Sicherheit.

Auch wenn es erst am Freitagabend definitiv ist: Dass ihr Dossier voraussichtlich das einzige ist, erleichtert das Ehepaar Tanoa, das viel Zeit und Herzblut in seinen Traum investierte. «Ich bin positiv überrascht», sagt Fabienne Tanoa. Sie habe mit ein, zwei weiteren Bewerbungen gerechnet, denn der Standort beim Tränenbrünneli an der Limmatpromenade sei attraktiv. «Aber es ist schön zu sehen, dass die Solidarität unter Gastronomen da ist und sich niemand ins gemachte Nest setzen möchte», sagt sie.

Möglicherweise habe auch die aktuelle Situation mit der Coronapandemie einen Einfluss gehabt. «Jetzt ein neues Konzept auf die Beine zu stellen, ist mit Risiken verbunden.» Unterdessen habe sich die Situation wieder etwas entspannt − dank der Lockerungen, der Flexibilität der Stadt und des Umstands, dass Versicherungen möglicherweise doch zahlen müssten.

Das Ehepaar Tanoa bewirbt sich bereits zum vierten Mal

Die aktuelle Bewerbung ist für das Ehepaar Tanoa bereits die vierte Eingabe bei der Stadt. Im August 2015 reichten sie das erste Baugesuch für das Flusscafé ein – 45 Einsprachen und fast drei Jahre später konnten die beiden die «Kajüte» 2018 eröffnen. Nach wenigen Monaten folgte ein weiteres Gesuch, um die Öffnungszeiten am Abend um eine Stunde verlängern zu können. Da die erste Betriebsbewilligung der Stadt nur für die Jahre 2018/2019 galt, musste das Ehepaar für die aktuelle und kommende Saison ein drittes Baugesuch einreichen, die Bewilligung war wieder auf zwei Jahre befristet.

Die Bilder der Eröffnung:

Diese wiederkehrende Ungewissheit, dass plötzlich Schluss sein könnte, setze zu, sagte Fabienne Tanoa diesen März nach der öffentlichen Ausschreibung. «Bei jeder Investition haben wir ein mulmiges Gefühl und fragen uns, ob es sich überhaupt lohnt.» Mit der aktuellen vierten Eingabe für die Jahre 2022 bis 2029 könnte für die beiden nun endlich die lang ersehnte Klarheit folgen. Die eingereichte Bewerbung unterscheide sich kaum vom aktuellen Konzept, sagt Fabienne Tanoa. Ausser möglicherweise die Öffnungszeiten: In der Ausschreibung steht, die maximal tägliche Betriebszeit dauere von 10 bis 23 Uhr. Aktuell hat die «Kajüte» von Montag bis Donnerstag von 9 bis 22 Uhr offen, am Sonntag nur bis 21 Uhr.

Chancen der «Kajüte» stehen gut

Am Freitag, 29. Mai, öffnet die Stadt die eingereichten Dossiers. Die Bewerbung mit der besten Bewertung, die alle zwingenden Kriterien erfüllt, wird dem Stadtrat vorgelegt. Zwei Wochen später teilt dieser das Ergebnis den Bewerbenden mit. Bei gleicher Punktzahl entscheidet das Los. Das Prozedere bleibt dasselbe, auch falls die Bewerbung der «Kajüte» die einzige bleibt. Brönnimann: «Es bedarf in jedem Fall eines Vergabeentscheides des Stadt­rates, auch wenn nur ein Dossier die zu erfüllenden Kriterien erfüllt und bei den qualitativen Ansprüchen gut abschneidet.»

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