Schlechte Cafés

Viel Klatsch um den Badener Kaffeetratsch

Moser’s Backparadies am Schlossbergplatz. Fotos: Elia Diehl

Moser’s Backparadies am Schlossbergplatz. Fotos: Elia Diehl

Die Cafés in Baden seien die Schwäche der Stadt, kritisierte Kolumnist Simon Balissat. Jetzt reagieren «Himmel» und «Moser».

Die Kolumne von Simon Balissat traf offenbar einen Nerv. Der Radio-24-Moderator schrieb im Badener Tagblatt, die Stadt habe alles, ausser gute Cafés.

Der Badener zielte vor allem gegen das Café «Himmel» beim Bahnhofplatz und gegen «Moser’s Backparadies» am Schlossbergplatz. Sie seien in den 90er-Jahren stehen geblieben und würden sich für Dates gar nicht eignen – es sei denn, um Schluss zu machen. «Moser» sei höchstens ein «Aufbackparadies», schrieb Balissat.

Der Artikel führte im Internet zu einigen Reaktionen – und verärgerte die Geschäftsführer von «Moser» und «Himmel». Eine Unverschämtheit sei es, sagt Jörg Holstein vom «Himmel», was Simon Balissat geschrieben habe. Er habe nur den Kopf schütteln können. «Ist man abgestanden wenn man langjährige Tradition pflegt und hochhält?», fragt der Geschäftsführer rhetorisch.

Guido Moser, Geschäftsführer und Inhaber von «Moser’s Backparadies», sagt: «Wir akzeptieren die freie und persönliche Meinung des Schreibenden. Glücklicherweise deckt sich diese nicht mit unserer stetigen Kundenzufriedenheitsumfrage.»

Diese Umfrage erreiche kontinuierlich sehr hohe Werte und darauf seien sie stolz bei Moser’s. «Wir werden weiterhin hart und konsequent an unserer Qualität arbeiten. Individuelle Eindrücke wie in der Kolumne, werden wir sofern diese konstruktiv und sachlich begründet sind, dabei einfliessen lassen», so Moser.

Ist in Baden gut Kaffee trinken? Da gehen die Meinungen auseinander

Ist in Baden gut Kaffee trinken? Da gehen die Meinungen auseinander

Fragt man die Leute auf der Strasse, so teilen sich dort die Meinungen. Im «Himmel» würde es die beste «Heissi Schoggi» weit und breit geben, schwärmt ein Passant.

Eine Frau mit Kinderwagen findet die Cafés etwas stier. Insgesamt scheinen die beiden aber Erfolg zu haben. Himmel hat weitere Filialen, das «Delise» im Langhaus und das «Bijou» in Wettingen.

«Himmel» blickt insgesamt auf 150 Jahre Firmengeschichte zurück. Auch Moser expandierte – er unterhält heute nebst den kleinen Ablegern in Baden vier Filialen in Zürich, eine in Schlieren und eine in Brugg.

Das von az-Kolumnist hochgelobte Café «Frau Meise» in der Halde kommt auch bei den Passanten durchs Band gut weg. Claudia Nabholz gründete «Frau Meise» vor 5 Jahren mit dem Gedanken, ein gemütliches Café zu eröffnen.

Seither steckt sie viel Herzblut in ihr Café und dessen Interieur. «Daher ist der letzte Satz ‹Baden hat kein anständiges Café› schon fast ein Stich ins Herz», so Nabholz. Sie hofft, die Badener noch vom Gegenteil überzeugen zu dürfen.

Auch wenn «Himmel» und «Moser» in Baden dominieren, so wird auch immer wieder auf weniger bekannte Alternativen hingewiesen: etwa die Cafeteria Café Corner bei der UBS in der Badstrasse und Palinos «Unvermeidbar» in der Rathausgasse. Auch der «Rote Turm», das «Piazza» oder das «Schwyzerhüsli» würden sich durchaus anbieten um, einen Kaffee zu trinken.

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