Er dominierte diese Woche das Stadtgespräch in Baden: der «Stack», den der Künstler Kilian Rüthemann am Montag vor der Cordulapost installierte. Das Kunstwerk, ein Stapel aus 520 Gummimatten, kam für die Badener unverhofft. Zwar wurde es schon vor drei Jahren von einer Jury ausgewählt. Die Öffentlichkeit wurde aber erst diese Woche vor vollendete Tatsachen gestellt. In Leserbriefen und Online-Kommentaren überwog der Ärger – sowohl über die angeblich völlig verfehlte Ästhetik als auch über die Kosten von 60'000 Franken.

Ein AZ-Leser schrieb: «Wenn der ‹Künstler› schon die Thematik Verkehr und Gummi aufgreifen will, hätte wohl auch ein Stapel aus Alt-Pneus gereicht ... Die wären sicherlich einiges günstiger.» Wenn man sich in Baden umhört, fallen Begriffe wie «Pestsäule», «Phallussymbol», «Unding» oder «hässlicher Gummihaufen».

Hassliebe zum Schulhausplatz

Aber es gibt auch zahlreiche positive Stimmen, die sich über das ungewöhnliche Kunstwerk freuen und darin eine ironische Verarbeitung der Hassliebe der Badener zu ihrem Schulhausplatz sehen. Dazu passt der Auszug aus dem Jurybericht von 2015, der am Dienstag veröffentlicht wurde: «Der Stapel versucht nicht, etwas ‹Schönes› zu sein für einen lärmbelasteten Ort, sondern einfach da zu sein und zu erinnern, dass Veränderung unser Leben ist und auch den städtischen Raum prägt.» Die Jury schätze das «leicht Ironische der Skulptur». Viele Badener fragten sich jedoch, wo der «Güggel» hingekommen sei, der vor dem Umbau des Schulhausplatzes an dieser Stelle stand.

Die Kupferplastik «Hahn» von Franz Papst, die 1969 auf dem Cordulaplatz errichtet wurde, wird nicht mehr in der Öffentlichkeit aufgestellt. Die städtische Kunstkommission hat beschlossen, die Skulptur an einen Privatmann zu verkaufen, der sich dafür interessiert hatte.