Baden
Viel Spass für die wenigen Fasnächtler im Nordportal

Die Fasnacht hat einen schweren Stand in Baden. Am diesjährigen Fasnachsball im Nordportal herrschte zwar ausgelassene Stimmung, jedoch fanden nur wenige Narren den Weg an die Fasnachts-Party.

Marc Reinhard
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Im Badener Nordportal spielten diverse Guggen, einige feierten bis zum Morgengrauen. Marc reinhard

Im Badener Nordportal spielten diverse Guggen, einige feierten bis zum Morgengrauen. Marc reinhard

Um Mitternacht, nachdem bereits vier der angekündigten sieben Guggen von der Nordportal-Bühne getrötet hatten, waren noch keine hundert bezahlte Eintritte verbucht. Auch wenn immer mal wieder tropfenweise Spätankömmlinge eintraten, stellte man rasch fest: Der «Fano», der Fasnachtsball im Nordportal, hat im Vergleich zum vorigen Jahr massiv an Publikum verloren. Damit ist er nicht der einzige.

Die Fasnacht 2011 in Baden will dieses Jahr nicht so recht greifen, heisst es, wenn man sich bei den herumreisenden Guggen umhört. «Bereits zu spät im Jahr», «Es ist wieder zu viel gleichzeitig los» oder «die Vögel pfeifen ja morgens schon und im Frühling habe ich keine Fasnachtsgefühle mehr» kam etwa als Erklärung. Einer der organisierenden Dättschwiler 05 ist darauf bedacht, nicht namentlich erwähnt zu werden, und wagt sich so auf heikles, aber für einen Fasnächtler angenehm selbstkritisches Terrain: «Vielleicht ist es auch einfach langsam gelaufen. Wir sollten uns was Neues einfallen lassen.»

Viele Masken

Rein zahlenmässig kann man das so sehen, der Fairness halber muss aber gesagt sein: Dieser Meinung waren ebendiese hundert im Publikum überhaupt nicht. Die meisten waren voll maskiert, genossen die ausgelassene Stimmung, tranken und tanzten in bester Laune. Genügend Platz und rascher Zugang zur Bar zeigten ihre Vorteile, Raumtemperatur und Lautstärke passten perfekt auch für jene, die im hinteren Teil mit den herumstehenden Sitzpolstern auf gemütlich machten.

Das Line-up bot beste kakofonische Qualität: Die Gipsbachschluderi eröffneten, dicht gefolgt von den Bierjania (Gäste aus dem Fricktal) und den organisierenden Dättschwilern 05. Die Rohrdorfer Chessler bestiegen die Bühne nach Mitternacht. Ein Wettinger Doppelpack aus Räbeschläcker und Schnüffler folgte und die Nussbau-mener Finkechlopfer rundeten die Guggen-Konzerte am frühen Morgen dann ab. Dazwischen brachte der DJ ein treibendes Gemisch aus Skihüttensound, Rock und Pop.

Schön war es auch hier, die Solidarität unter den Guggen zu spüren: Je nach eigenem Programm kommt man als Gastgruppe auch mal etwas früher und wos gefällt, bleibt man hängen und feiert mit den anderen bis ins Morgengrauen – egal, wie viel Publikum wie lange durchhält.

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