Wettingen

Viele offene Fragen zur Kinder-Betreuung in Wettingen

Die Suche nach einer zufriedenstellenden Lösung für die Kinderbetreuung geht weiter. Es ist ungewiss, ob der Verein Tagesstrukturen weitermacht. Der Verein reagiert damit auf die Kürzung der Betreuungsstunden durch den Einwohnerrat.

Nach dem Nein des Einwohnerrats zu den durchgehenden Tagesstrukturen stellt sich in Wettingen die Frage: Wie geht es weiter mit der Kinderbetreuung? Fakt ist: Die Primarschüler werden ab Schuljahr 2012/2013 jeden Morgen in der Schule sein. Der Mittagstisch wird neu auch am Mittwoch angeboten. An mindestens zwei Nachmittagen haben die Kinder Unterricht und können anschliessend bis 17.30 Uhr das Betreuungsangebot des Vereins Tagesstrukturen wahrnehmen.

Zukunft ist ungewiss

Ob der Verein weitermacht, steht allerdings in den Sternen: «Der Vorstand beantragt an der Mitgliederversammlung die Kündigung des Leistungsvertrags mit der Gemeinde per Schuljahr 2012/2013», so Präsidentin Marianne Rüegg. Der Verein reagiert damit auf den Beschluss des Einwohnerrats zur Kürzung der Betreuungsstunden von 22 auf 13 Stunden.
«Sollte die Vereinsversammlung der Kündigung zustimmen, wird der Gemeinderat über das weitere Vorgehen entscheiden», sagt Vizeammann Heiner Studer. «Weil sich die Rahmenbedingungen aufgrund der Einwohnerratsentscheide verändert haben, muss auf jeden Fall ein neuer Leistungsvertrag abgeschlossen werden - mit wem auch immer.» Studer betont: «Ich habe mit den verantwortlichen Frauen des Vereins Tagesstrukturen immer konstruktiv zusammengearbeitet.»

CVP will Tageshort bis 2013

«Es ist für uns völlig klar, dass es ein Fremdbetreuungsangebot braucht», so Thomas Meier, CVP-Einwohnerrat. «Wir fordern aber, dass dies organisatorisch und räumlich von der Schule getrennt wird.» Die CVP hat deshalb den Gemeinderat mit einem Postulat aufgefordert, bis spätestens 2013 einen zentralen Kinderhort einzurichten. Der Vorteil dieses Horts ist laut Meier, dass er ein wirklich umfassendes und trotzdem individuell wählbares Angebot darstellt. «Die Realisierung bis im Sommer 2013 ist ein ehrgeiziges Ziel, das wir aber unbedingt erreichen wollen», so Meier. «Je mehr politischer Druck durch den ganzen Einwohnerrat gemacht wird, desto grösser ist die Chance, dass der Gemeinderat dieses Anliegen zeitgerecht umsetzt.»

Die vom Einwohnerrat beschlossene Randstundenbetreuung an den verschiedenen Schulstandorten sei eine Übergangslösung. «Die dezentrale Verteilung der Betreuung bringt mehr Kosten als Nutzen. Nach erfolgreicher Realisierung von Tageshort, Tagesfamilien und Mittagstisch können wir dann gänzlich darauf verzichten.»

Zeit für Vorschläge war knapp

Der Verein Tagesstrukturen hätte laut Präsidentin Rüegg Interesse daran, den Tageshort zu führen. Meier: «Wir haben im Postulat bewusst offen gelassen, wer den Hort führen soll.» Der Verein werde die Möglichkeit haben, sich als potenzieller Träger oder Betreiber einzubringen. An der Einwohnerratssitzung kam die Frage auf, warum die CVP ihre Vorschläge nicht früher gemacht habe. Meier erklärt: «Wir haben erst Mitte Oktober von den Plänen des Gemeinderats bezüglich der Randstundenbetreuung erfahren. Die Zeit für konkrete Vorschläge war also relativ knapp.»

Angebote sollen für alle gelten

Während die CVP eine ausserschulische Betreuung vorzieht, möchte WettiGrüen-Einwohnerrat Leo Scherer lieber eine Vielfalt von Betreuungsformen: «Neben Tagesfamilien und Hort sollen auch schulnahe Tagesstrukturen bis hin zu einer Tagesschule möglich bleiben.» Er prüft deshalb zusammen mit Gleichgesinnten die Lancierung einer entsprechenden Volksinitiative.
Ein erstes Gespräch mit Vertretern der CVP habe stattgefunden. Scherer: «Es bestehen zwar einige unterschiedliche Ansichten, aber wir sind uns einig: Die Betreuungsangebote sollen für alle Kinder gelten und auch auf Schulferien, freie Nachmittage und Randstunden ausgedehnt werden.»

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