«Viele unserer Mitschülerinnen haben Stifte und eine Nagelfeile im Etui», sagt Corina Rainer. Dies brachte sie und ihre Kolleginnen Jeannine Beck, Marina Husistein und Maria Grab auf eine Idee. Die Kantischülerinnen gründeten im Rahmen ihrer Maturaarbeit ein Unternehmen und produzierten Kugelschreiber mit einer Nagelfeile am Clip.

Marina Husistein, Maria Grab, Jeannine Beck und Corina Rainer (v.l.) produzierten als Maturaarbeit Fylos, Kugelschreiber mit integrierter Nagelfeile.

Marina Husistein, Maria Grab, Jeannine Beck und Corina Rainer (v.l.) produzierten als Maturaarbeit Fylos, Kugelschreiber mit integrierter Nagelfeile.

Aufgeteilt nach Spezialgebiet

«Ein Miniunternehmen zu gründen ist sehr vielseitig. Wir bekamen einen Einblick in die Wirtschaftswelt», sagt Marina. Ein Produkt zu finden, das die Firma vertreiben konnte, sei schwierig gewesen. «Wir wollten etwas, das es noch nicht gibt», sagt Corina. «Einen Kugelschreiber mit integrierter Feile fanden unsere Kollegen cool, sie sagten jedoch, dass das sowieso nicht verwirklichbar sei. Das spornte uns an», sagt Marina. Der Name des Produkts war schnell gefunden: «Fylo», eine Mischung aus dem Englischen «file» für Feile und dem Französischen «stylo» für Stift. Wie in einem grossen Unternehmen hatte jede der Schülerinnen ein Spezialgebiet. Je nach Interesse und Talent waren sie für Geschäftsführung, Finanzen, Einkauf und Produktion oder Marketing zuständig.

Die Clips liessen sie bei einer deutschen Firma beschichten. Die fertigen Clips wollten sie selbst an den Stiften befestigten. «Wir hatten mehr als 500 Kugelschreiber bestellt. Als die Clips da waren, passten sie aber nicht mehr», sagt Corina. Mit einer Chirurgenzange bogen sie jeden einzelnen Clip zurecht und konnten so ihre «Fylos» doch noch zusammensetzen.

In drei Monaten ausverkauft

Durch einen Onlineshop vertrieben die Kantischülerinnen ihr Produkt. Ende August waren die «Fylos» lieferbereit. Im Oktober wurde im Fernsehen ein Beitrag über die Jungunternehmerinnen ausgestrahlt. Von da an hagelte es Bestellungen aus dem ganzen Land. Ende November waren die «Fylos» komplett ausverkauft.

In dieser Woche haben die vier ihr Projekt abgeschlossen. «Uns war wichtig, dass wir den Investoren das Geld zurückzahlen können», sagt Jeannine. Diese konnten zu Beginn der Arbeit für 15 Franken Aktien kaufen. Jetzt bekommen sie 18 Franken zurück.

Zurzeit konzentrieren sich die Kantischülerinnen auf ihre Maturaprüfungen. Ganz ausschliessen möchten sie eine Neuauflage der «Fylos» jedoch nicht. «Die Nachfrage wäre sicher vorhanden», sagt Corina.