Mit dem Handball-Lokalderby der beiden Nationalliga-B-Klubs Endingen und STV Baden liefert die Eröffnung der neuen Wettkampfhalle in Station Siggenthal vor allem einen Beweis: Der Ostaargau ist eine Handball-Hochburg. Die Linien für das Spielfeld sind zwar erst am Trocknen. Und in manchen Räumen arbeiten die Handwerker noch auf Hochtouren. Am kommenden Samstag gilt es jedoch ernst. Das von privaten Investoren gebaute und von Bund und Kanton unterstützte Hallensportzentrum wird mit Polit- und Sportprominenz eingeweiht.

Das Projekt wird auch in Baden diskutiert. Dort soll der Einwohnerrat am 26. Januar über ein Darlehen von einer Million Franken an das GoEasy befinden. Christian Koch äussert sich zur Bedeutung des Sportzentrums und den vier Millionen, die der Kanton aus dem Swisslos-Sportfonds beisteuern wird.

Herr Koch, der Kanton gibt vier Millionen Franken aus dem Swisslos-Sportfonds ans GoEasy. Warum?

Christian Koch: Im Kanton besteht ein riesiges Manko an Sportanlagen, die Vereine und Verbände auch tagsüber nutzen können. Besonders gross ist der Bedarf im Ostaargau.

Warum die Unterstützung für ein privates Projekt?

Weil das Projekt von der Idee bis zur Ausführung restlos überzeugt. Wir haben mit Privaten im Kanton beste Erfahrungen gemacht. Ich denke ans Kunstturnerzentrum Niederlenz, an die Kletterhalle Lenzburg; beide sind erfolgreich.

Wieweit hat der Kanton das finanzielle Risiko im GoEasy geprüft?

Der Kanton gibt keine Betriebsgelder. Die vier Millionen Franken fliessen, wenn die Halle fertig ist. Der Regierungsrat hat das Vorhaben sehr genau prüfen lassen: in sportlicher, rechtlicher und in finanzieller Hinsicht.

Welche Sicherheiten haben Sie?

Wie bereits gesagt: Alles wurde geprüft. Weil das GoEasy für den Behindertensport und den Schweizerischen Handball-Verband (Frauennationalmannschaft) zum Zentrum wird, unterstützt auch das Bundesamt für Sport mit einer Million Franken das Hallensportzentrum.

Was ist beim GoEasy der Nutzen für den Kanton?

Für uns ist es wichtig, dass im GoEasy Vereine und Verbände zu sportgerechten Konditionen profitieren. Die Infrastruktur mit Fitness-Center, Physiotherapie, Sporthotel, Restaurant, Büro- und Seminarräumen ist ideal. Wir werden dort möglichst viele Jugend-und-Sport-Kurse durchführen, die Sport-Gala und das School-Dancing.

Sportgerecht? Heisst das günstig? Gibt es also doch ein Betriebsrisiko?

Die Auslastung der Hallen ist schon jetzt sehr gut. Ich bin überzeugt, dass das Hallensportzentrum GoEasy ab erstem Vollbetriebsjahr (2017) schwarze Zahlen schreiben wird. Zudem ist über die Nebenbetriebe Fitness, Physio, die Bowling-Anlage eine Quersubvention möglicht.

Wenn es zu einem Konkurs käme?

Der Kanton hat Sicherheiten eingebaut. Er hat ein Vorkaufsrecht bei einem allfälligen Konkurs. Bei einer Zweckänderung bestünde das Recht auf Rückforderung der Gelder.

Der Kanton bräuchte aber selber keine grosse Wettkampfhalle.

Denken Sie an den Handballsport. Der Kanton hat sechs Nationalliga-B-Teams und der Ostaargau ist eine Handballhochburg. Die Halle gibt den Klubs in der Umgebung grossen Schub. Und mit der GoEasy-Halle kann der Aargau endlich wieder Länderspiele vor einer würdigen Kulisse durchführen. Ich denke dabei auch an die gesamte Infrastruktur rundherum wie Empfangs-, VIP- und Medienräume.

Die Erschliessung ist nicht ideal.

Das GoEasy ist besser erschlossen als das Sportzentrum Magglingen. Wenn Sie den Zugang vom Bahnhof her meinen: Der Kanton ist an der Verbindung über die Geleise sehr interessiert und unterstützt sie im Rahmen seiner Möglichkeiten.

Die Auslastung im GoEasy ist offenbar gut. Haben Sie Visionen?

Ich denke an ein «Haus des Sports». Die Initianten um Beat Anliker sind sehr initiativ und flexibel. Eine zusätzliche Beachvolleyball-Halle, Büros für Verbände, das sind unsere Visionen.