Fislisbach
Vier Neue kämpfen um den Einsitz im Gemeinderat

Nach dem Doppelrücktritt von Gemeindeammann Silvio Caneri und Vizeammann Antonino Colacino stellen sich sieben Kandidaten für die Gemeinderatswahl. So ticken die Anwärter

Carla Stampfli
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Christoph Schott, Nina Tanner, Vanessa Kleeb und Beatrice Werder Woschina

Christoph Schott, Nina Tanner, Vanessa Kleeb und Beatrice Werder Woschina

zvg

Anders als in so mancher Gemeinde ist in Fislisbach das Interesse an der Dorfpolitik gross: Gleich sieben Kandidaten – vier neue und drei bisherige (siehe Text unten) – kämpfen um den Einsitz in den Gemeinderat. Dass sich so viele zur Wahl stellen, freut den auf Ende Jahr zurücktretenden Gemeindeammann Silvio Caneri (CVP). «Für den Stimmbürger ist das eine echte Auswahl unter den Kandidaten.» Doch wer sind die Neuen, die in die Exekutive gewählt werden wollen? Das «Badener Tagblatt» hat bei den Kandidaten nachgefragt.

Was die bisherigen Gemeinderäte für Ziele haben

Vizeammann und Gemeinderat Peter Huber (Dorf Forum Fislisbach) ist der Einzige, der auch für das Ammann-Amt kandidiert. Er möchte mit gesunden
Finanzen und einer effizienten Verwaltung die Aufgaben im Sozialen, im Bildungs- und Infrastrukturbereich bewältigen. Die Voraussetzungen dafür will der 61-jährige Projektleiter von Transtec Gotthard mit einem attraktiven Steuerfuss und nachvollziehbaren Gebühren schaffen. Gemeinderat Hanspeter Zaugg (FDP), der auch für das Vizeammann-Amt kandidiert, sagt: «Die Zusammenarbeit mit Peter Huber hat in der Vergangenheit sehr gut funktioniert. Wir verstehen uns persönlich und haben eine ähnliche politische Einstellung. Wir würden als Team hervorragend funktionieren.» Der 57-jährige Unternehmer möchte sich für einen gesunden Finanzhaushalt und den Abbau der Schulden in der Gemeinde einsetzen, ohne die Steuern erhöhen zu müssen. GLP-Gemeinderat Andreas Mahler (47) gefällt die Arbeit in der Exekutive sehr. «Gemeinsam haben wir in den vergangenen Monaten einige Projekte begonnen, die ich gerne zu Ende führen möchte.» Der Unternehmensberater möchte insbesondere in der Koordination zwischen Siedlungsplanung und Verkehrsplanung neue Akzente setzen. (ces)

Vanessa Kleeb (42) möchte sich für eine attraktive und familienfreundliche Wohngemeinde einsetzen. «Durch meine langjährige Erfahrung als Sozialarbeiterin in verschiedenen Gemeinden kenne ich die Abläufe in der Verwaltung sehr gut», sagt die Parteilose, die seit der Geburt ihres Sohnes Kinder und Erwachsene im biologischen Gärtnern unterrichtet.

Mit ihrer Erfahrung und ihrem politischen Flair bringe sie das nötige Know-how im Bereich Bildung und soziale Sicherheit mit – die Ressorts, die mit dem Doppelrücktritt von Ammann Caneri und Vize Antonino Colacino neu verteilt werden. «Als Gemeinderätin würde ich die Bereiche stärken, die bereits gut laufen, und dort ansetzen, wo noch Verbesserungen möglich sind.»

Für ein vereinsfreundliches Klima

Bei Beatrice Werder Woschina (parteilos) stehen Familien, insbesondere die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, im Mittelpunkt. «Auch ist mir wichtig, dass Fislisbach eine lebendige, attraktive und unabhängige Gemeinde mit stabilen Finanzverhältnissen bleibt», sagt die Hypothekar-Expertin. Weiter würde sich die 45-Jährige, die Vorstandsmitglied beim Sportverein Fislisbach sowie J + S-Coach ist, als Gemeinderätin für ein vereinsfreundliches Klima einsetzen. «Der regelmässige Austausch steht dabei im Vordergrund», sagt die Mutter einer Tochter. Sie bezeichnet sich als entscheidungsfreudig und tatkräftig sowie als eine Person, die nicht davor zurückschreckt, auch unangenehme Themen anzusprechen.

Nina Tanner (SP) möchte sich für ein Dorf engagieren, in dem sich alle Generationen wohlfühlen. Als Mitglied verschiedener Dorfvereine sei sie gut vernetzt und am Puls der Bevölkerung, sagt die Pflegefachfrau und Mutter eines Sohnes. «Mir ist wichtig, dass sich Fislisbach nachhaltig entwickelt und es bezahlbaren Wohnraum für alle Alters- und Einkommensschichten gibt», sagt die 40-Jährige, die in Fislisbach gross geworden ist. Sie möchte sich unter anderem für soziale Themen einsetzen, aber auch für eine gute Gesundheitsversorgung, Einkaufsmöglichkeiten und bezahlbare Tagesstrukturen. «Alles, was im Dorf angeboten werden kann, erspart Mehrverkehr und weite Wege», sagt Tanner.

Zur Kultur Sorge tragen

Christoph Schott (parteilos) ist in Fislisbach aufgewachsen und als Mandatsleiter für verschiedene Pensionskassenstiftungen tätig. Der 43-Jährige möchte sich dafür einsetzen, dass die Vereinskultur im Dorf beibehalten und gestärkt wird: «Es ist toll, dass es so viele verschiedene Vereine gibt. Doch zu denen muss Sorge getragen werden. Dasselbe gilt für das kulturelle Leben in der Gemeinde.» Weiter ist Schott wichtig, dass die Exekutive auf die Anliegen der Bevölkerung eingeht. «Als Mitglied verschiedener Vereine verfüge ich über ein dichtes Beziehungsnetz. Ich bin überzeugt, dass ich den Gemeinderat gut ergänzen würde», sagt der Vater einer Tochter.

Was auffällt: Drei von vier Kandidaten sind parteilos. Gemeindeammann Caneri sieht darin kein Problem: «Einer Partei zuzugehören, ist auf Gemeindeebene nicht so entscheidend. Denn es geht um Sachgeschäfte und weniger um politische Lösungen.» Eine gute Sache sei, dass drei Frauen kandidieren. «In der heutigen Zeit gehören Frauen in einen Gemeinderat», sagt Caneri.