Wettingen

Vierter Vorstoss zum Lichterlöschen: GLP-Einwohnerrätin fordert Verlängerung um eine Stunde

Die ausbleibende Nachtabschaltung der Strassenbeleuchtung sorgt in Wettingen für Diskussionen. (Symbolbild)

Die ausbleibende Nachtabschaltung der Strassenbeleuchtung sorgt in Wettingen für Diskussionen. (Symbolbild)

Die Debatte ums Lichterlöschen ist in Wettingen um ein neues Kapitel reicher geworden. Die GLP-Einwohnerrätin Ruth Jo. Scheier reicht den insgesamt vierten Vorstoss zur nächtlichen Abschaltung der Strassenbeleuchtung ein.

Mit dem vierten Vorstoss in derselben Sache gelangte die Wettinger GLP-Einwohnerrätin Ruth Jo. Scheier diese Woche an den Gemeinderat. Inhalt der dringlichen Motion ist das in Wettingen kontrovers diskutierte Thema des nächtlichen Lichterlöschens, das am Donnerstag an der Einwohnerratssitzung behandelt wird. Scheier fordert in ihrer Motion den Gemeinderat auf, die Abschaltung der Strassenbeleuchtung um eine Stunde zu verlängern – anstatt wie bisher von 1 bis 4 Uhr neu von 1 bis 5 Uhr.

Ausserdem sollen die Strassenlampen Freitag- und Samstagnacht wieder eingeschaltet bleiben. Sie stützt sich dabei auf eine Umfrage der AZ, die beim Online-Artikel über die drei bisherigen Vorstösse zur Nachtabschaltung durchgeführt wurde. Der Bericht erschien kurz vor der Sitzung des Einwohnerrats, die wegen eines Coronafalls aber abgesagt werden musste. Die Traktanden von damals sind nun die Traktanden von kommendem Donnerstagabend.

Zur Debatte stehen nebst dem Budget 2021 eine Verschiebung der nächtlichen Lichtabschaltung um eine Stunde von 2 bis 5Uhr, ein Überdenken der Abschaltung beziehungsweise ein Verzicht darauf sowie – wie auch im Vorstoss von Scheier gefordert – eine Verlängerung um eine Stunde bis 5Uhr. Letzteren Vorstoss lehnt der Gemeinderat aber ab.

Abschaltung führte zu vielen negativen Reaktionen

Begründung: Die Abschaltung der Strassenbeleuchtung bei der Gemeindeverwaltung habe entgegen der Wahrnehmung der Motionäre zu vielen negativen Reaktionen geführt. So hätten sich vor allem Frauen, aber auch Männer über die Finsternis nachts auf Wettingens Strassen beklagt. «Die Motion, welche die Nachtabschaltung der Strassenbeleuchtung gar noch um eine Stunde ausdehnen will, zielt am Volkswillen vorbei», schreibt er in seiner Antwort.

Die AZ-Umfrage zeige aber ganz klar, dass eine Abschaltung von 1 bis 5 Uhr unter der Woche auf grosse Akzeptanz stosse und die anderen zur Diskussion stehenden Varianten keine Mehrheit in der Bevölkerung finden – und «auch sonst nicht zweckdienlich erscheinen», wie Scheier in ihrer dringlichen Motion schreibt.

Die zweitpopulärste Variante bei der Umfrage, 37 Prozent bevorzugen gar kein Lichterlöschen, sei mit grosser Wahrscheinlichkeit auf das Wochenende bezogen, ist sie sich sicher. Deshalb nehme sie darauf in ihrem Vorstoss ebenfalls Rücksicht und fordert, die Strassenbeleuchtung Freitag- und Samstagnacht wieder einzuschalten.

Verlängerung statt Anpassung der Zeiten

Doch wie repräsentativ ist diese Online-Umfrage für die Gemeinde Wettingen? Insgesamt sind es bisher (Stand 9.November) 993 Personen, die abgestimmt haben. Ob diese in Wettingen leben, kann nicht eruiert werden. Davon stimmten 32 Personen (3 Prozent) für die Abschaltung zwischen 1 und 4Uhr, 144 Personen (15 Prozent) für die Abschaltung zwischen 2 und 5Uhr. 363 Personen würden lieber auf das Lichterlöschen verzichten und 454 (46 Prozent) klickten auf die Variante, die Scheier nun forciert. Damit schlage die vorliegende dringliche Motion die am besten akzeptierte und von den meisten gewünschte Variante vor, bekräftigt Scheier darin.

Der im Einwohnerrat bisher am breitesten abgestützte Vorstoss von CVP-Einwohnerrätin Simona Nicodet enthält dieselben Forderungen wie der von Scheier. Einziger Unterschied: Nicodet wünscht, dass die Licht- Abschaltung unter der Woche um eine Stunde verschoben wird, von 2 bis 5 Uhr.

Die GLP- Fraktion unterstützte diese Motion bis anhin ebenfalls, allerdings mit dem Wunsch, dass die Abschaltung von 1 bis 5Uhr erfolgt. Um 2Uhr würden keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr unterwegs sein, weshalb eine spätere Abschaltung nicht gerechtfertigt sei, erklärt die Partei in ihrem Fraktionsbericht.

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