Mit 46 Jahren nochmals etwas Neues anfangen – diesen Wunsch erfüllte sich der ehemalige Primarlehrer Hans Hitz mit seinem Eintritt als Leiter Ausbildung bei der Aargauischen Gebäudeversicherung (AGV) vor nunmehr 14 Jahren.

«Nach mehr als einem Vierteljahrhundert Arbeit mit 4.- und 5.-Klässlern packte ich die Chance, als mir im Juni 1999 die Stelle bei der AGV angeboten wurde.»

Als Zwanzigjähriger war er den Schülern altersmässig noch ziemlich nahe gestanden, doch mit der Zeit wurde das Gefälle immer grösser.

Seine erste Stelle als Lehrer trat Hans Hitz in Unterehrendingen an. «Dort bin ich hängengeblieben», schmunzelt er.

Und dort lernte er auch seine Frau Käthi kennen, die ebenfalls Lehrerin war. Für die Feuerwehr war er prädestiniert, weil er als Lehrer tagsüber im Dorf arbeitete.

Nach der Grundausbildung ging es Schlag auf Schlag: 1979 absolvierte er den Gruppenführerkurs, 1982 den Offizierskurs und ab 1985 die Instruktorenausbildung.

Als Instruktor amtete er in Gruppenführerkursen, ab 1999 in Offizierskursen, wobei ihn die Taktik-Ausbildung besonders interessierte. Parallel dazu war er in der Instruktorenausbildung tätig.

Vom Lehrer zum Ausbildner

Mit diesem Rucksack an Feuerwehrwissen war es kein Wunder, dass Hitz im Juni 1999 von Hans Ulrich Wenger, dem damaligen Leiter Feuerwehrwesen der AGV, eine Stelle in seinem Team angeboten wurde.

Seine Hauptaufgaben bei der AGV waren Inspektionen und Fahrzeug-Subventionen. Da 1999 die Rationalisierungen begannen, hatte er auch mit deren Umsetzung zu tun. Mit jeder einzelnen Gemeinde musste besprochen werden, welche Rationalisierungsmöglichkeiten vorhanden waren.

«Zu Beginn war das sehr emotional», erinnert sich Hitz. Die Abklärungen benötigten sehr viel Zeit, und es gab viel Unmut, sobald von Fusionen die Rede war.

Im Laufe der Zeit wurden jedoch die Zusammenschlüsse besser akzeptiert. «Man wusste, dass Fusionsgespräche kommen, sobald neue Fahrzeuge angefordert werden.»

Widerstand gegen Fusionen

Grund für den Widerstand waren oft schlechte Gefühle gegenüber der Nachbargemeinde. «Auf Gefühlsebene kann man nicht diskutieren», stellt Hitz fest.

Viele Zusammenschlüsse klappten erst im zweiten Anlauf, wenn auf rationaler Ebene entschieden wurde.

«Nach zwei bis drei Jahren spielte sich das jeweils ein und man stellte fest, dass die andere Gemeinde auch tolle Typen hat.» Am meisten Mühe hätten jene Leute gehabt, die mit Herzblut bei der Feuerwehr dabei gewesen seien.

«Ich verstand zwar die Leute, musste aber die Vorgaben umsetzen.» Hitz selber findet das heutige System gut. «Mit dem heutigen Leistungsstandard ist die Sicherheit gewährleistet», betont er.

Bis Ende 2001 war Hans Hitz aktiv in der Feuerwehr Ehrendingen, davon 10 Jahre als Kommandant. 2002 wurde er in die Finanzkommission gewählt, deren Präsident er vier Jahre lang war.

In dieser Funktion war er beim Zusammenschluss der Gemeinden Ober- und Unterehrendingen im Jahre 2006 dabei. Auf diesen Zeitpunkt hin wurde er in den Gemeinderat Ehrendingen gewählt, wo er seit 2010 Vizeammann ist.

«Es war eine strenge Zeit», blickt er auf die letzten Jahre zurück. «Es gab Wochen, da war ich keinen Abend zu Hause.»

Er ist seiner Frau dankbar für ihr Verständnis. «Ohne ihre Unterstützung wäre das alles gar nicht möglich gewesen.»

Inaktiv wird Hans Hitz auch in Zukunft nicht sein. So stellt er sich weiterhin für den Gemeinderat zur Verfügung. Ausserdem möchte er diverse Vorlesungen an der ETH und der Uni besuchen – einfach aus persönlichem Interesse, nicht um ein Studium zu beginnen.

Dabei interessieren ihn vor allem politische Verhältnisse, Konflikte und Wirtschaft. «Ich lasse es auf mich zukommen», blickt er erwartungsvoll in die Zukunft.