Oberrohrdorf

Volk soll nochmals über die umstrittene dritte Turnhalle entscheiden

Die dritte Turnhalle inklusive Nebenräume wird nicht gebaut.

Die dritte Turnhalle inklusive Nebenräume wird nicht gebaut.

Mit 315 Nein- zu 270 Ja-Stimmen haben die Oberrohrdorfer anfangs Dezember den Bau einer dritten Turnhalle für 6,55 Millionen Franken abgelehnt. Die Befürworter wollen aber nicht aufgeben: Das «Komitee för es läbigs Dorf» ergreift das Referendum.

Das Turnhallen-Projekt spaltete vor der Gemeindeversammlung das Dorf in zwei Lager. Das «Komitee für Gesunde Finanzen» stellte sich gegen die dritte Turnhalle bei der Sportanlage Hinterbächli. Die CVP-Ortspartei sowie die zehn Vereine, die das Projekt ins Leben gerufen hatten, setzten sich für die Halle ein.

Trotz Niederlage an der Gemeindeversammlung wollen sie nicht aufgeben: Zusammen mit weiteren Befürwortern ergreifen sie als «Komitee för es läbigs Dorf» das Referendum.

«Wir haben lange diskutiert und kamen zum Schluss, dass wir es versuchen wollen», sagt Christian Zimmermann, Sprecher der Befürworter und Präsident Jugendspiel Rohrdorferberg. Er geht davon aus, dass die 280 gültigen Unterschriften bis zum 16. Januar zusammenkommen. «An der Gemeindeversammlung sagten 270 Bürger Ja zum Kredit – nur 10 mehr brauchen wir für das Referendum.»

Er sieht die auch Chance als intakt, dass der Kredit an der Urne durchkommt. «Ich hoffe, dass wir das schaffen», sagt Zimmermann und ergänzt: «Der Entscheid wird aber auf jeden Fall sehr knapp ausfallen.»

Thomas Schneider vom «Komitee für Gesunde Finanzen» glaubt nicht, dass die Oberrohrdorfer dem Kredit an der Urne doch noch zustimmen würden: «Die Vereine mobilisierten bereits an der Gemeindeversammlung sehr gut. Es wäre erstaunlich, wenn plötzlich viel mehr Ja stimmen würden.»

Heikel findet Schneider, dass nur gegen den Turnhallen-Entscheid das Referendum ergriffen wird, nicht aber gegen das Budget 2015 mit einem leicht erhöhten Steuerfuss von 85 Prozent. «Würde der Kredit an der Urne angenommen, würde sich die ohnehin problematische finanzielle Situation der Gemeinde zuspitzen», ist er überzeugt.

Unabhängig von der Turnhalle investiert die Gemeinde in den nächsten sechs Jahren unter anderem 6 Millionen Franken in das Oberstufenzentrum Rohrdorferberg und 8,6 Millionen Franken in die Sanierung der Kantonsstrasse. Würde das Volk bei einer allfälligen Urnenabstimmung doch noch Ja sagen zur dritten Turnhalle, kämen weitere 6,55 Millionen Franken dazu.

Bevor das Hallen-Projekt scheiterte, hatte der Gemeinderat eine Steuerfusserhöhung auf 93 Prozent vorgeschlagen. Nach dem Nein formulierte der Gemeinderat den Antrag, das Budget mit einem nur 2 Prozent höheren Steuerfuss zu genehmigen – die Stimmbürger sagten dazu Ja.

«Falls die Halle an der Urne doch noch durchkäme, würden Jahre vergehen, bis sie realisiert würde», kontert Zimmermann vom «Komitee för es läbigs Dorf» die Kritik von Schneider. «Die Stimmbürger könnten also mehrmals an künftigen Gemeindeversammlungen wieder über eine allfällige Steuererhöhung befinden.»

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