Das Sirenengeheul einer Dampflokomotive erschüttert den Saal. Dann ertönt die Mundharmonika mit der bekannten Melodie aus dem legendären Italo-Western «Spiel mir das Lied vom Tod». Gekleidet als Cowgirls und Cowboys entführte die Brass Band Berner Oberland unter der Leitung von Corsin Tuor das Publikum in den Wilden Westen.

Höhepunkt der Berner Darbietung war der Titel «Play That Country Tuba, Cowboy». Der Sprechgesang und die Virtuosität des Tubaspielers beeindruckten, und der dreistimmige Frauenchor erinnerte sogar an die legendären Andrews Sisters.

Mit dabei war das «Ensemble de Cuivres Valaisan». In arabischen Fest-Gewändern inszenierten die Walliser Instrumentalisten das Märchen «Aladin» zur Musik von Carl Davis. Ein Tänzer mimte Aladin, und die Prinzessin, die Aladin schliesslich heiratete, markierte ein Kornettist. Auf einer Leinwand spielte die Regie Szenen aus dem gleichnamigen Zeichentrickfilm ein. Fulminant jauchzten die Kornette, sonor unterlinierten die Tuben.

Die Altena Brass aus den Niederlanden überzeugte das Birmenstorfer Publikum mit Schweizer Folklore. Ernst Jacobers Lied «Alls, was bruchsch uf dr Wält» begleitete ein Akkordeonist. Zum Ende des Guggisberg-Liedes läuteten Kirchenglocken ob der enormen Tragik der musikalisch erzählten Geschichte. Dirigent Anno Appelo liess es sich nicht nehmen, den Refrain des «Vo Luzärn gäge Wäggis zue» persönlich zu singen. Es war zwar mehr gebrüllt als gesungen, das Publikum war trotzdem hell begeistert.

Den Abschluss des Abends bildete traditionell das «Massed Band Konzert». Dabei glänzte der massive Klangkörper insbesondere mit der subtilen Komposition «Melting Ice». Zum Schluss durfte Konzertsprecherin Raphaela Schneider den Latino-Titel «Malagueña» ansagen.

Malagueña sei ein andalusischer Tanz und die Beschaffung der dazu notwendigen Schlaginstrumente wie zum Beispiel Vibrafon und Marimbafon sei nur dank Sponsoren möglich gewesen. Die Siegertrophäe schliesslich durfte OK-Präsident Karl Fischer abermals der Brass Band Berner Oberland überreichen.