15 Grad, Sonnenschein. Auf der Wiese vor dem Alterszentrum Kehl sitzen zwei Seniorinnen gemütlich auf ihren Stühlen und beobachten Schulkinder. Links von ihnen steht das Provisorium, das sie mit den anderen Anwohnern des Alterszentrums Kehl im Mai 2014 bezogen haben.

Für sie und ihre Freundin ist es der letzte Frühling im Provisorium, ein grosser Container, der für die Bewohner des Alterszentrums Platz bietet. Schon bald steht der grosse Umzug in den Kehl-Neubau an. Gesamthaft 52 neue Wohnungen konnten an Pflegebedürftigen vergeben werden. Erste Priorität hatten die Anwohner des alten Gebäudes.

Die restlichen Wohnungen wurden an Bewohner des Langhauses (Kehl 3) und an Bewerber aus dem Raum Baden-Wettingen vergeben. Doch es konnten längst nicht alle aufgenommen werden. «Der Bedarf an Alterswohnungen im Aargau und speziell in der Region Baden-Wettingen ist gross», sagt Ueli Kohler, Geschäftsführer des Alterszentrums. Von den rund 300 Interessenten mussten 270 mit der Warteliste vertröstet werden. Kohler hält aber fest: «Nicht jeder ist dringend auf eine Wohnung angewiesen. Wir konnten für alle eine passende Lösung finden.»

Budget konnte eingehalten werden

Die zwei neuen Gebäude im Alterszentrum werden wie geplant anfangs September bezugsbereit sein. «Die Bauarbeiten sind zügig vorangeschritten», sagt Kohler. Die Gerüste wurden bereits abmontiert und der Parkettboden verlegt. Auch finanziell ist man mit dem Kehl-Neubau auf Kurs. Das ganze Projekt mit den zwei Neubauten, Infrastrukturräumen, Restaurant und Tiefgarage kostet 36 Millionen Franken. Rund die Hälfte der Kosten übernimmt die Stadt Baden. «Bis jetzt konnten wir das Budget einhalten», sagt Martin Haefeli, Finanzchef des Alterszentrums.

Einer, der sich ganz besonders auf den Neubau freut, ist Rolf Haller. Der 92-Jährige zog 2014 direkt in ein Provisorium ein. «Es ist zwar etwas eng, aber man passt sich an», sagt Haller. Vieles kann er noch selber erledigen und ist nur selten auf fremde Hilfe angewiesen. «Ich freue mich riesig auf meine neue Wohnung. Dort habe ich endlich wieder genügend Platz, um meine ganze Familie zu empfangen», sagt Haller.

Im Gegensatz zu Rolf Haller wohnt Katharina Fechner noch nicht im Alterszentrum. Die 85-Jährige gehört dem Seniorenrat an und verfolgte das Projekt seit seiner Geburtsstunde. Sie wohnt bereits seit längerem im Kehl-Quartier und ist froh, einen Unterschlupf in den begehrten Wohnungen zu finden. «Meine Kinder werden so entlastet und ich kann neue Freundschaften knüpfen», sagt Fechner. Sie lobt das Alterszentrum in den höchsten Tönen. «Hier wird man geschätzt und umsorgt. Ich freue mich auf diesen neuen Lebensabschnitt.»

Nebst den 52 Wohnungen wird auch das Restaurant Moccalino neu eröffnet. «Mit einer erweiterten Gartenterasse», wie Geschäftsführer Kohler sagt. Es soll mit seinen Grünflächen zu einem Treffpunkt im Quartier werden. Für die Bewohner des Alterszentrums ist das Restaurant eine willkommene Abwechslung. In ihren neuen Wohnungen werden sie eine moderne Küche haben. Doch bei einem Geburtstag oder einem Besuch gehen die Senioren gerne mit ihren Verwandten und Bekannten in einem Restaurant essen, wie Kohler weiss.

Langhaus wird saniert

Das Einweihungsfest am 22. Oktober rückt näher. Bis dahin sollten die letzten Bagger und Bauarbeiter verschwunden sein. Lange baustellenfrei wird das Alterszentrum aber nicht bleiben. Bereits im nächsten Jahr soll das Langhaus mit seinen 20 Wohnungen vollumfänglich saniert werden. Man hat sich gegen einen kompletten Neubau entschieden. «Es gibt in der Bevölkerung das Bedürfnis, nach einer günstigeren Variante als die neuen Wohnungen. Darum werden wir das Langhaus nur sanieren», sagt Kohler. Die bestehenden Provisorien können somit gleich nochmals genutzt werden. Der genaue Baustart ist aber noch unklar. «Zuerst freuen wir uns jetzt einmal auf die zwei neuen Gebäude», sagt Kohler.