Drei Räuber drangen vor über fünf Jahren in den Tankstellenshop von Genc Frrokaj in Baden ein. Besitzer Frrokaj ist zu diesem Zeitpunkt in seinem Büro oberhalb des Shops. Die Täter – alles Kosovaren – dringen in sein Büro ein und schiessen auf ihn.

Die Täter machen sich mit rund 50'000 Franken Beute aus dem Staub. Zwei von ihnen konnten aber bald festgenommen werden – und auch der Drahtzieher des brutalen Raubüberfalls wurde von der Polizei geschnappt.

Vor einem Jahr stand dieser vor dem Badener Bezirksgericht und wurde dort zu zehn Jahren Haft verurteilt. Der Verurteilte focht das Urteil an.

Seither wartet Frrokaj auf Genugtuung. Besonders schmerzt ihn, dass es sich beim Drahtzieher um seinen eigenen Cousin handelt, den er selbst im Tankstellenshop angestellt hatte. «Es ist sehr schwierig, sich damit abzufinden. Man kann es aber nicht ändern», sagt er am Freitag nach den Verhandlungen vor dem Aargauer Obergericht zu «Tele M1».

Bitter für Frrokaj ist, dass der Auftraggeber mit seiner Berufung Erfolg hatte. Die Haftstrafe von zehn Jahren wurde vom Obergericht halbiert. Grund für das mildere Urteil sei, dass nicht klar sei, ob er auch den Autrag erteilt habe, dass auf seinen Cousin geschossen wurde.

Mit den fünf Jahren, die sein Cousin nun absitzen muss, ist Frrokaj nicht zufrieden. Jedoch sei er erleichtert, dass endlich ein Schlussstrich unter die Sache gezogen werden konnte, sagt er zu «Tele M1». Endlich wüssten alle, «was wirklich Tatsache ist». (zam)