Wettingen
Von der Volksmusik über Ragtime bis zu Pop und Jazz

Das Akkordeonorchester hat an seinem Jahreskonzert im Pfarreiheim St. Sebastein die musikalische Breite dieses Instrumentes demonstriert. Ziel: Das Akkordeon jungen Nachwuchsleuten schmackhaft zu machen.

Miro Müller
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Das Schülerorchester – unter Leitung von Astrid Fransen – eröffnet den Konzertabend.

Das Schülerorchester – unter Leitung von Astrid Fransen – eröffnet den Konzertabend.

Mirco Müller

Das Akkordeon, beziehungsweise «Handörgeli», wie es im Schweizerischen so liebevoll genannt wird, sieht man hier inzwischen fast nur noch in der Ländlermusik. Umso spannender ist es, wenn einmal andere Musikrichtungen ausprobiert werden, wie Pop, Ragtime, oder sogar Jazz. Genau das hat das Akkordeonorchester Wettingen letzten Samstag an ihrem Jahreskonzert im Pfarreiheim St. Sebastian auch vorgezeigt.

Selbstgebastelte Protestplakate

Den Anfang machten die Akkordeon-Schüler, also die Kindergruppe des Orchesters. Sie erzählten eine kleine musikalische Geschichte: Zuerst spielten sie «Sneebah’s Schlaflied», ein ruhiges, leises Stück. Dieses wurde schrill unterbrochen vom «Protest der Zwerge» – diese wollten nämlich nicht länger ruhig sein und machten nun ihrem Ärger Luft. Eigens dafür hatten die Kinder auch kleine Protestplakate mit Zwergenköpfen gebastelt, die sie an ihre Notenständer klebten.

Hochkonzentriert spielten die Kinder ihren Teil
6 Bilder
Die Vorbereitung hat sich gelohnt - das Orchester 1 spielte praktisch fe
Das Schüler-Orchester eröffnete das Konzert
Das Orchester 1 spielte unter anderen ein Stück von Gilbert Bécaud
Auch jüngere Musiker spielten in der Erwachsenengruppe
Am Schluss nahmen die Musiker stolz ihren Applaus entgegen

Hochkonzentriert spielten die Kinder ihren Teil

Mirco Müller

Jazzgeprägter Abend

Danach führten die einzelnen Orchester ihr Können vor. Gespielt wurde unter anderem der «Tiger Rag» von der gesamten Orchestergruppe; ein Stück, das bis heute als einer der Grundsteine des Jazz betrachtet wird. Der jazzige Unterton sollte sich von da an durch den Rest des Konzertes ziehen: Der Abend war vom Jazz geprägt, was, obschon es für all jene, die dieses Tasteninstrument nur von der Volksmusik her kennen, erstaunlich gut passte.

Somit spielten auch das Orchester 1 und 2 verschiedenste, ältere Stücke, unter anderem das Lied «Sous le Ciel de Paris» aus dem gleichnamigen Film und, als Tribut an den verstorbenen Musiker, fünf Songs von Udo Jürgens. «Wir haben uns zuerst noch Sorgen gemacht, dass wir einige Stücke absagen würden müssen, weil die Musikerin, welche die Rhythmusstimme übernahm, diese Woche überraschend krank wurde», sagte die Dirigentin und musikalische Leiterin des Orchesters, Brigitte Meier-Egloff. «Zum Glück konnte die Musikerin dann aber doch mitmachen». Und das hat sich gelohnt: Das Akkordeonorchester überraschte mit viel Kreativität und Versatilität. Womöglich hat es so auch wieder etwas vom gesuchten Nachwuchs angelockt: «Wir haben natürlich immer mal mehr, mal weniger Kinder im Orchester. Im Moment sind es gerade eher weniger, und so hoffen wir natürlich auch, einigen Unentschiedenen das Akkordeon schmackhaft gemacht zu haben», ergänzt Meier-Egloff.

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