Limmattalbahn
Von Killwangen nach Baden – kommen Sie mit auf eine Fahrt mit der neuen Aargauer «Tramlinie»

Die Limmattalbahn soll dereinst die Menschen im Limmattal verbinden. Ab 2020 soll die Bahn von Altstetten nach Killwangen fahren. Geht es nach der Aargauer Regierung, ist dort aber noch nicht Endstation. Das «Agglo-Tram» soll bis nach Baden verlängert werden. Wie das dereinst aussehen könnte, zeigt erstmals unser Video.

Simone Morger, David Egger
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Das Limmattal wächst. An Menschen, an Arbeitsplätzen und somit auch an Verkehrsaufkommen. Eine Schmalspurbahn soll das Einzugsgebiet erschliessen.

Die Stimmberechtigten im Kanton Zürich haben dem Vorhaben am 22. November 2015 mit 64 Prozent Ja-Anteil zugestimmt und auch eine Initiative, die die Bauarbeiten in Schlieren stoppen wollte, ist im September 2018 an der Urne gescheitert. Mit einem wuchtigen Nein-Anteil von 83 Prozent.

Geplant ist also, dass die Limmattalbahn ab Ende 2022 auf einer 13,4 Kilometer langen Strecke von Altstetten über Schlieren, Urdorf, Dietikon, Spreitenbach bis nach Killwangen verkehrt.

Visualisierungen der geplanten Limmattalbahn:

Ohne die zweite Etappe der Limmattalbahn würde in Dietikon (im Bild der Bahnhof) kein Tram verkehren.
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Die zweite Etappe erstreckt sich von Schlieren bis zum Bahnhof Killwangen-Spreitenbach.
Weitere Visualisierungen der Limmattalbahn: Bahnhof Altstetten
Zürich Micafil.
Kesslerplatz in Schlieren.
Spitalstrasse Schlieren.
Bahnhofplatz Dietikon.
Bahnhof Dietikon.
Die Haltestelle Badenerstrasse in Dietikon.
Die Haltestelle Furttalstrasse in Spreitenbach.
Der Endbahnhof Killwangen-Spreitenbach.
So sieht der Plan der Linienführung aus.
Dieser Plan zeigt die Linienführung in Schlieren.
Dieser Plan zeigt die Linienführung in Dietikon.
Plan der gesamten Linienführung.

Ohne die zweite Etappe der Limmattalbahn würde in Dietikon (im Bild der Bahnhof) kein Tram verkehren.

Architron Gmbh, Zürich

Am 28. August 2017 erfolgte der Spatenstich für die erste Bauetappe von Altstetten nach Schlieren. Der Baubeginn der zweiten Etappe für den Streckenabschnitt bis zum Bahnhof Killwangen-Spreitenbach ist im Herbst 2019 geplant.

Doch dort ist nicht Endstation für das Projekt. Der Kanton Aargau hat im Sommer 2018 ein Richtplanverfahren für die Verlängerung der Bahn bis an den Bahnhof Baden gestartet. Die öffentliche Anhörung des geplanten Richtplaneintrags wird 2019 folgen, der Richtplanbeschluss durch den Grossen Rat voraussichtlich 2020.

Die Kosten

Insgesamt kostet der Bau der Limmatalbahn rund 510 Millionen Franken, der Kreditanteil des Kantons Aargau liegt bei 180 Millionen Franken. Der Grosse Rat genehmigte den Betrag im Mai 2015 mit 117 zu 11 Stimmen äusserst klar. Die tatsächlichen Kosten werden für den Aargau jedoch weniger hoch ausfallen, da der Bund einen Anteil von 35 Prozent der Gesamtkosten für das Projekt übernimmt. (AZ)

Der Aargauer Verkehrs- und Baudirektor Stephan Attiger zeigte sich nach der Zürcher Abstimmung im September 2018 erfreut. «Ich bin sehr froh über das Ergebnis. Die Limmattalbahn ist eine unverzichtbare Grundlage für eine geordnete und qualitativ hochstehende Siedlungsentwicklung im Limmattal, im Grenzraum der Kantone Zürich und Aargau», sagte er gegenüber der AZ.

Nun herrsche Planungssicherheit, die Bahn könne ohne Verzögerung von Schlieren bis Killwangen-Spreitenbach weitergebaut werden. «Damit ist die wichtigste Grundlage für eine spätere Verlängerung bis nach Baden gegeben.»

Die dritte Bauphase der ersten Etappe der Limmattalbahn ist am 11. August 2018 in vollem Gange:

Die dritte Bauphase der 1. Etappe der Limmattalbahn ist in vollem Gange
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Walo-Bauführerin Aline Danner bespricht sich mit einem Gleisbauer aus der Vormittagsgruppe. Derzeit ist die dritte Bauphase der 1. Etappe der Limmattalbahn in Schlieren im Gange.
 Das ist Millimeterarbeit: Vor dem Schweissen werden die Schienen mithilfe einer Winde auf exakt dieselbe Höhe gehoben.
 Sie schaut vor Ort, dass alles nach Plan läuft: Walo-Bauführerin Aline Danner.
 Dieser Plan zeigt die Auto-Überfahrt an der Zürcherstrasse. Links (grüner Bereich) wird dereinst Grüntrassee sein, rechts (rötlich) die Haltestelle der Limmattalbahn.
 Der Stoss wird mit einer Form umschlossen und diese daraufhin mit Sand eingepackt. Dahinein läuft danach der flüssige Stahl.
 Innert Sekunden wird das Thermitgemisch im Kübel auf 2300 Grad Celsius erhitzt.
 Die Thermitmischung im Kübel wird entzündet. Der Stahl schmilzt daraufhin und ergiesst sich in die darunter fixierte Form.
 Mit Zangen entfernen die Gleisbauer den überflüssigen Stahl.
Der überflüssige Stahl wird mithilfe einer hydraulischen Maschine abgeschert und das noch glühende Metall entfernt. Mit einem kleinen Abbauhammer wird die verschweisste Stelle nachbearbeitet.
 Diese Jüstierschrauben kommt zum Einsatz, wenn die Schienenstücke mithilfe einer Winde auf gleiche Höhe angehoben werden.
Da sich Schienen in der Sommerhitze ausdehnen, ist ein sogenanntes "Schwäbli", ein Abstandhalter zwischen den Schienen, sehr wichtig.
 Um Schienen anzuheben benutzen die Gleisbauer eine Winde.
 Schweisser Michael Reuter bearbeitet den verschweissten Stoss mit einem kleinen Abbauhammer.
 Schweisser Michael Reuter bearbeitet den verschweissten Stoss mit einem kleinen Abbauhammer.
So sehen die verschweissten Schienenenden auf der Zürcherstrasse nach den Schleifarbeiten aus. Zu sehen ist eine Rillenschiene, die dereinst ganz im Boden eingebettet sein wird, sodass sie Autos queren können.

Die dritte Bauphase der 1. Etappe der Limmattalbahn ist in vollem Gange

Fabienne Eisenring

Der Kanton legte bereits eine mögliche Streckenführung vor, seither haben sich Debatten über diese Streckenführung sowie Widerstand gegen das Projekt generell entwickelt.

Zuletzt führte eine Beschwerde des Verkehrsclubs Aargau gegen den Bau des «Tivoli Gartens» beim Shoppi Tivoli in Spreitenbach zu intensiven Verhandlungen – und fast zu einer Verzögerung der Bauarbeiten für die dortige Limmattalbahn-Station. Zu einer Einigung kam es Mitte Januar 2019.

Wir haben die vom Kanton vorgeschlagene Bahnlinie von Killwangen nach Baden abgefahren und zeigen, wo die Limmattalbahn durchfahren und wo sie halten soll (Video oben).

Die ganze Strecke von Zürich-Altstetten bis Baden: