Baden
Von «Merkker» zu «Werkk»: Überwiegt Wehmut oder Vorfreude?

Patricia Itel, Leiterin Kultur im «Merkker», spricht über das Ende der Kulturstätte und über die Zukunft. Und warum im Jugendkulturlokal am Silvesterabend erst fertig ist, wenn ein bestimmtes Ereignis eintritt.

Elia Diehl
Merken
Drucken
Teilen
Kulturleiterin Patricia Itel ist wehmütig, weil das «Merkker» nach der Silvesterparty zugeht.

Kulturleiterin Patricia Itel ist wehmütig, weil das «Merkker» nach der Silvesterparty zugeht.

Aargauer Zeitung

Patricia Itel, an Silvester geht eine Ära zu Ende. Was überwiegt, Wehmut oder Vorfreude auf den Nachfolger «Werkk»?

Patricia Itel: Es kommt darauf an, wo man gerade ist und was man gerade macht. Im «Werkk» in der Alten Schmiede kommt die Vorfreude auf. Es wird sich vieles bessern, mit dem wir hier zu kämpfen hatten, beispielsweise der knappe Lagerplatz. Wir werden fast verwöhnt sein.

Und die andere Seite?

Der wehmütige Gedanke überwiegt an Abenden im «Merkker». Es sind viele letzte Male: das letzte Punkkonzert, die letzte Ska-Party oder die letzte Bravohits-Party. Oft schwelgen wir in Erinnerungen. Wie waren die Anfänge; wie war es, als dieser oder jene erstmals im «Merkker» war. Wir erinnern uns an die vielen Leute, die in all den Jahren ein- und ausgegangen sind.

Schluss ist aber erst nach der Silvesterparty «Last One Night Stand». Was erwartet die Besucher und «Merkkerlinge», hört ihr mit einem Knall auf?

Die Party an und für sich wird natürlich schon ein Knaller. Es wird für alle etwas dabei haben: «Smith and Smart» für Hip-Hopper, die Afterparty mit «DJ Zartstrøm» für Elektroleute; und «The Jom and Terry Show» bieten mit ihren Mashup-Songs etwas für alle Geschmäcker.

Welche speziellen Überraschungen habt ihr geplant?

Wir machen noch einiges, das wir schon lange einmal vorhatten. Wir probieren beispielsweise, eine Schnee-Bar zu bauen. Zudem wird der Eingang zum Merker-Areal hin verlegt, wo wir eine Chillout-Lounge mit Feuer und Feuertonnen machen. Wir vergrössern also das «Merkker» etwas und bauen einige Sachen um oder schon ab.

Die Aufbruchsstimmung wird also spürbar sein?

Im Kopf sind wir schon weiter. Wir sortieren aus, was wir noch brauchen und was nicht. Aber gefühlsmässig bleibt es normaler Alltag und das normale «Merkker». Dennoch tragen wir mit der Silvesterparty das «Merkker» irgendwie zu Grabe.

Wann ist dann das «Merkker» offiziell gestorben?

Wir haben gesagt, wir machen erst Schluss, wenn weniger als 20 Leute stehen. Stehen – das heisst nicht an der Säule oder der Wand lehnend.

Ein richtiges One Night Stand also?

Ja genau (lacht). Mal schauen, wie ausdauernd die Leute sein werden.

Wie geht es danach weiter?

Nach ausgiebigem Ausschlafen werden wir schon in der ersten Januarwoche mit dem Ausräumen beginnen, am 31. März müssen wir draussen sein. Vor allem der Rückbau der Technik wird aufwendig. Aber des «Merkker» steht allen weiterhin offen, man darf gerne mithelfen kommen. Anfang Februar werden die Räume auch noch vom «One of a Million»-Musikfestival genutzt.

Das «Werkk» geht erst im Spätsommer 2015 auf. Wie haltet ihr die «Merkkerlinge», Gäste und Fans bei Laune?

Ende Februar machen wir im «Merkker» noch einen Flohmarkt mit allem, das wir nicht mehr brauchen. So kann man sich noch ein «Merkker»-Andenken kaufen.

Und die Feierlustigen ...

... kommen auch nicht zu kurz. Das «Merkker» geht in Baden auf «Club-Tour» in verschiedenen Lokalen. Am 27. Februar organisieren wir beispielsweise unsere Bravohits-Party im Nordportal. Zudem planen wir, mit dem Impro-Theater ins Royal zu gehen.