Wettingen
Von Mozart zu Schostakowitsch und zurück

In der Aula Margeläcker konzertierte das vor 50 Jahren gegründete Kammerorchester 65 unter Alexandre Clerc mit dem Pianisten Adrian Oetiker.

Susanne Brem
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Adrian Oetiker und das Kammerorchester 65 unter Alexandre Clerc.

Adrian Oetiker und das Kammerorchester 65 unter Alexandre Clerc.

Susanne Brem

Nicht alle Tage gibt ein Künstler mit internationalem Renommee in der Provinz ein Konzert. Am Freitagabend begeisterte Pianist Adrian Oetiker mit dem Kammerorchester 65 im Schulhaus Margeläcker.

Es begann mit Mozart: erst leise die Violinen, dann die Bratschen, die Celli, und die Kontrabässe. Und bereits fühlte sich der Zuhörer zurückversetzt ins Jahr 1782, nach Wien, wo Mozart damals wirkte. Schliesslich setzte der Pianist am Flügel ein. Mit unglaublicher Leichtigkeit flogen die Finger über die Tasten. Über schnellste Läufe zeigte er dieses kraftvolle, helle «Jeu perlée». Das Klavierkonzert KV 415 ist das bedeutendste der ersten Wiener Konzerte, die Mozart komponiert hatte.

Pianist mit internationalem Renommee, Adrian Oetiker
8 Bilder
v.l. Dirigent Alexandre Clerc, Solist an der Trompete Anton Borderieux und der Pianist Adrian Oetiker
Die Friday Trumpets, eine Formation der Musikschule Baden, eröffneten den Abend, sozusagen als Vorgruppe
Das Kammerorchester 65, mit seinen 25 Laienmusikern spielt auf sehr hohem Niveau
(ganz links) Konzertmeister Markus Leeman
Da wurde Zuhören zum Genuss
Der Dirigent Alexandre Clerc leitet das Kammerorchester 65, Wettingen seit vielen Jahren
Glanzvolles _jeu perlé_ vom Pianisten Adrian Oetiker

Pianist mit internationalem Renommee, Adrian Oetiker

Susanne Brem

Jeweils drei Konzertprogramme pro Jahr präsentiert das Kammerorchester 65, das vor über 50 Jahren gegründet wurde. Es zählt rund 25 Mitglieder – alles Laien notabene, doch Musiker auf hohem Niveau. Unter Leitung von Alexandre Clerc präsentierten sie nach der Pause das Notturno von Alexander Borodin und dann das Klavierkonzert Op. 35 von Dimitri Schostakowitsch, das 1. Klavierkonzert mit Solotrompete (exzellent gespielt von Anton Borderieux), ein Werk, das wegen seines Schwierigkeitsgrades selten von Laien interpretiert wird. Schostakowitsch komponierte dieses Werk im Alter von 26 Jahren, genau wie Mozart sein Klavierkonzert Nr. 13. «Was mich an Schostakowitsch fasziniert, ist dieser unglaubliche Sarkasmus, der in seinen Werken mitschwingt. Er macht sich lustig über alle, über die Leute, über die Politik und über sich selbst», sagte Adrian Oetiker im Gespräch während der Pause. Dabei spiele diese Musik jeweils haarscharf an der Grenze des Spielbaren, ohne jemals zu kippen. Diese Spannung sei auch vor allem im dritten Satz von Mozarts Klavierkonzert zu spüren, sagte er, deshalb passten diese beiden Werke sehr gut in ein Konzertprogramm.

Der Konzertabend wurde von jungen Musikern der Musikschule Baden, von den «Friday Trumpets» mit Curdin Caflisch, Sandro Erni, Kipras Uzkuraitis und Elia Seiffert eröffnet.

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