Die Besucherzahlen im Jugendkulturlokal «Werkk» seien gesunken, hiess es vor einigen Wochen im Einwohnerrat. Der Grund: Die Stadt rechnet für 2017 nur noch mit 15'000 Besuchern – das sind 5000 Gäste weniger als im aktuellen Budget. Aufgrund der peripheren Lage auf dem ABB-Gelände käme weniger Laufkundschaft und die Stadt habe wohl zu optimistisch budgetiert, hiess es aus dem «Werkk».

«Die genauen Zahlen haben wir aber noch nicht», sagte Patricia Itel, Bereichsleiterin «Werkk», damals. Nun hat das Jugendkulturlokal die Saison 2015/16 ausgewertet – und jetzt ist klar, wieso die Stadt die Zahlen nach unten korrigieren musste. Und dass das «Werkk» besser läuft als angenommen.

Ins alte «Merkker» auf dem Merker-Areal strömten jährlich rund 15'000 Partygäste – die Besucher der Mittagsbeiz eingerechnet. Die aktuelle Statistik zeigt: In der ersten «Werkk»-Saison fanden mit 15'466 Gästen sogar mehr Besucher ihren Weg an den neuen Standort in der Alten Schmiede. Das sind zwar weniger als von der Stadt budgetiert.

Dies hat aber einen einfachen Grund: Die von der Stadt ursprünglich prognostizierten 20'000 Besucher wurden errechnet, bevor der Einwohnerrat entschieden hat, als Sparmassnahme die Stelle des Kochs im «Werkk» zu streichen. Die Beiz wurde deshalb extern verpachtet, weshalb die Gäste der Mittagsbeiz nicht mehr in der Statistik des Jugendkulturlokals erscheinen. Dies hat die Stadt nun im Budget für das kommende Jahr berücksichtig – und die Besucherzahl dementsprechend nach unten korrigiert.

Mittagsbeiz nicht in der Statistik

«Unter dem Strich haben wir also mehr Gäste als noch im ‹Merkker›», sagt Itel. Denn auch ohne die Mittagsbeiz erreiche man die Zahlen des alten Standortes. Hinzu kämen weitere 30 105 Gäste aus speziellen Anlässen wie dem «Public Viewing» an der Fussball-EM, Co-Produktionen mit anderen Veranstaltern wie die «Streetfood Days» oder die Bravo-Hits-Party mit dem Nordportal.

Zwar bringe die periphere Lage tatsächlich weniger spontane Laufkundschaft. Und am Mittwochabend ist die Bar seit dieser Saison geschlossen. Die Besucherzahlen schwankten zu stark, der Barabend war nicht mehr selbsttragend. Dennoch sei das «Werkk» auf dem besten Weg, sich bei seinem Zielpublikum zu etablieren. «Seit der Eröffnung haben wir das Angebot laufend erweitert», sagt Itel.

«So haben Siebdruck-Workshops, Jam-Sessions oder das Improtheater bei uns ein neues Zuhause gefunden.» Zudem konnten Flüchtlinge vom Kafi Royal während der Umbaupause des Kulturlokals in der Alten Schmiede Deutsch lernen. Für den Sommer ist das «Werkk» bereits in Kontakt mit den Veranstaltern. «Dadurch haben wir ein vielseitiges Publikum erreicht und viele neue Aktivisten und Helfer in unser Team aufnehmen können.»

Und sie ergänzt: «Im Moment beteiligen sich über 50 freiwillige Helfer mit viel Herzblut und kreativen Ideen.» Es seien noch einige Projekte geplant, die aber noch nicht spruchreif seien. Besonders freue sie sich auf die Silvestersause. «Das Motto lautet ‹Time Machine› und die Deko wird ganz im Stil des Filmklassikers ‹Back to the Future› sein», verrät Itel.