Stadtammannwahl Baden
Von wegen Deal: Nun streiten sich CVP und FDP um einen Flyer

Peter Courvoisier (FDP) hat auf seinem Wahlkampf-Flyer einen Markus Schneider aufgeführt, der ihn unterstützt. Das passt dem Kandidaten ums Stadtammannamt, CVP-Mann Markus Schneider, gar nicht.

Pirmin Kramer
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Ausschnitt aus dem Wahlkampf-Flyer von FDP-Mann Peter Courvoisier

Ausschnitt aus dem Wahlkampf-Flyer von FDP-Mann Peter Courvoisier

Der Wahlkampf in Baden um die Nachfolge von Stadtammann Stephan Attiger stellt die historisch enge Beziehung zwischen den bürgerlichen Stadtparteien auf die Probe. Anfang Woche ist der vertraulich geschlossene «Deal vom Roten Turm» öffentlich gemacht worden (siehe Box). Nun sorgt ein Wahlkampf-Flyer von Stadtrats-Kandidat Peter Courvoisier (FDP) für Diskussionen. Markus Schneider, Stadtammann-Kandidat der CVP, wirft Courvoisier im Zusammenhang mit diesem Flyer «unsauberes Vorgehen» vor.

Der Deal vom roten Turm

Nach dem 1. Wahlgang für das Badener Stadtammann-Amt wurde bekannt, dass Roger Huber (FDP) und Markus Schneider (CVP) vor den Wahlen im Restaurant Roter Turm einen Deal geschlossen hatten: Wer weniger Stimmen erhält, werde auf den 2. Wahlgang verzichten - falls Geri Müller (team) wieder antritt. So wollen die Bürgerlichen den Sitz behalten, den sie seit 1948 besetzen. Dass die FDP den Deal öffentlich machte, sorgte für Kritik. (PKR)

Auf dem Flyer spricht eine Person mit dem Namen Markus Schneider dem FDP-Kandidaten Peter Courvoisier seine Unterstützung zu: «Politisch haben wir das Heu ja schon nicht auf der gleichen Bühne», heisst es auf der Broschüre. Da sich Courvoisier mit Ernsthaftigkeit, leidenschaftlichem Engagement und Gestaltungswillen für die Stadt einsetze, gebe er Peter Courvoisier seine Stimme, lässt sich Markus Schneider zitieren.

Markus Schneider, der CVP-Politiker, sagt: «Nachdem ich den Flyer gesehen hatte, rief ich Peter Courvoisier an und fragte: ‹Wie kommen Sie darauf, mich in Ihrem Flyer zu zitieren?› Courvoisier sagte mir, bei Markus Schneider, der im Flyer zitiert sei, handle es sich nicht um mich, sondern um einen guten Freund von ihm, der ebenfalls in Baden wohne.»

«Vorgehen nicht sauber»

Schneider erzählt weiter: «Ich sagte Herrn Courvoisier, sein Vorgehen sei nicht sauber, denn meinen Namen lese man momentan oft in der Presse. Ich sagte ihm, dass man den Namen auf dem Flyer mit mir in Verbindung bringen würde.» Weil er von verschiedenen Seiten darauf angesprochen wurde, sei es ihm nun ein Anliegen, die Badener Wählerinnen und Wähler wissen zu lassen, dass es sich bei der auf dem Flyer zitierten Person nicht um ihn handle, erklärt der CVP-Politiker gegenüber der Aargauer Zeitung.

Peter Courvoisier sagt auf Anfrage: «Es handelt sich um einen Zufall. Markus Schneider, der dieses Statement abgegeben hat, ist ein guter Freund von mir. Er wohnt wie auch der CVP-Politiker in Baden. Ich war sogar schon einige Male mit ihm in den Ferien.» Schneider, sein guter Freund, gehöre keiner Partei an. «Er hat dieses Statement auf meiner Website abgegeben, so wie viele andere Leute auch. Einen Teil der Zitate habe ich für den Flyer verwendet, der Anfang Januar gedruckt wurde», erklärt Courvoisier. Es sei nie seine Absicht gewesen, jemanden zu verletzen oder zu brüskieren, sagt Courvoisier.

Markus Schneider, der Courvoisier unterstützt, war nicht zu erreichen

Auf die Frage, ob es sinnvoll gewesen wäre, kenntlich zu machen, dass es sich nicht um den Stadtammann-Kandidaten Schneider handelt, antwortet Courvoisier: «Aufgrund der Wortwahl im Text war es für mich sofort klar, dass nicht der Politiker Markus Schneider der Verfasser war. Als bürgerlicher Politiker gäbe es für ihn auch keinen Grund, zu schreiben, wir hätten das Heu nicht auf derselben Bühne.»

Die Aargauer Zeitung hat vergeblich versucht, telefonisch mit Markus Schneider zu reden, der Peter Courvoisier im Flyer unterstützt. CVP-Baden-Präsident Matthias Gotter wollte sich nicht zur Frage äussern, ob seine Partei Peter Courvoisier im 2. Wahlgang unterstützen werde.

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