Dättwil

Vor 50 Jahren wurde die Gemeinde Dättwil widerwillig Teil der Stadt Baden

Dättwil 1965: mit Bahn, aber noch ohne Kantonsspital, Forschungszentrum und Autobahn. Archiv Chronikgruppe Dättwil

Dättwil 1965: mit Bahn, aber noch ohne Kantonsspital, Forschungszentrum und Autobahn. Archiv Chronikgruppe Dättwil

Am 1. Januar 1962 wurde Dättwil mit den Dörfern Rütihof und Münzlishausen in der Stadt Baden eingemeindet. Das Entwicklungsgebiet der Stadt Baden wurde mit einem Schlag um ein Mehrfaches der vorhandenen Landreserve vergrössert.

Immerhin 156 Jahre alt wurde die Ehe der drei Dörfer, obwohl die ganz grosse Liebe zwischen Dättwil, Rütihof und Münzlishausen nie erblühte (siehe Text rechts). «Aber nebeneinander leben und miteinander handeln lernte man dann trotz gelegentlicher Scharmützel.» So gedachte Peter Meier, Präsident der Chronikgruppe Rütihof, am 9. Dezember 2005, dem 200. Jahrestag, der Zwangsgründung der Gemeinde Dättwil.

Diesmal steht ein anderes Jubiläum an: «Auf den Jahresbeginn 1962 wurden die drei Dörfer mit der Stadt Baden vereinigt. Die explosive bauliche, wirtschaftliche und bevölkerungsmässige Entwicklung hat seither die Gegensätze, aber auch die Besonderheiten weitgehend verschwinden lassen», schilderte Peter Meier die Sonnen- wie Schattenseite der Entwicklung.

Ein Drittel aller Arbeitsplätze in Dättwil

Und diese Entwicklung wurde immer rasanter und scheint noch nicht abzubrechen. Man bedenke: Die politische Gemeinde Dättwil zählte 1962 total 604 Einwohnerinnen und Einwohner. Rund 300 entfielen auf Rütihof (heute gegen 2600), knapp 250 waren in Dättwil selber (heute rund 3300), und etwas über 60 Einwohner zählte Münzlishausen, wo heute ein Drittel der 1400 Allmend-Bewohner lebt. Zum wichtigen Standortfaktor wurde die ideale Lage mit dem direkten Anschluss an die 1970 eröffnete Autobahn mit dem Bareggtunnel, dessen Kapazität im Jahr 2003 mit einer dritten Röhre erweitert wurde. Der Naherholungsraum sowie die Freizeit- und Sporteinrichtungen Baregg-Center und Esp steigerten die Attraktivität.

Beeindruckend ist die Zahl der Arbeitsplätze, die allein in Dättwil im Industriegebiet Täfern, Esp, im Gewerbegebiet Langacker, aber auch mit dem Bau des ABB-Forschungszentrums (1967) sowie des Kantonsspitals (1978) entstanden. Heute gibt es in Dättwil 6400 Arbeitsplätze, das ist beinahe ein Drittel aller Arbeitsplätze auf Stadtgebiet und mehr als zehnmal so viel, wie das politische Dättwil bei der Eingemeindung Einwohner hatte.

Grosse Landreserven in Rüti

Mit dieser Zahl sind die in den 60er-Jahren gemachten, jedoch in den 70ern als überrissen bezeichneten Wachstumsprognosen für die Satellitenstadt heute Realität geworden, zumindest was die Zahl der Arbeitsplätze anbetrifft. Aus einem städtebaulichen Wettbewerb (1964) ging «Rosinante», eine futuristische Studie des Brugger Büros Metron, als Sieger hervor. Es rechnete mit rund 8000 Einwohnern und 5800 Arbeitsplätzen. Mit der geplanten nachhaltigen Bebauung des Entwicklungsgebietes Galgenbuck werden in Dättwil weitere 1400 Einwohner erwartet.

Während sich Baden mit dem rasch überbauten Wohnquartier Allmend vor 50 Jahren Richtung Münzlishausen ausgestreckt hatte, boten sich in Rütihof weitere grosse Landreserven ideal fürs stadtnahe Wohnen an. So entstanden an schönen Lagen sowohl in Dättwil (Segelhof) als auch in Rütihof neue Wohnobjekte, darunter einige von architektonisch guter Qualität.

«Dättwil und Rütihof sind mit ihrem intakten Vereinsleben Beweise dafür, dass man trotz Eingemeindung eigenständig bleiben kann», sagt Stadtammann Stephan Attiger. Die Eingemeindung war aus heutiger Sicht richtig: Baden konnte sich ausbreiten, Dättwil und Rütihof haben Anschluss an die Stadt.

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