Würenlos
Vor Abstimmung: Fredy Strasser und sein Sportverein fordern korrekte Fakten

Im Abstimmungskampf geht es hoch zu und her: Die Gegner der geplanten Sportanlage Tägerhard in Würenlos präsentieren laut Befürwortern falsche Zahlen präsentieren – diese kontern.

Martin Rupf
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Fredy Strasser, Vorstandsmitglied des Sportvereins Würenlos: «Wir sind für eine offene Diskussion, aber bitte fair.»Chris Iseli

Fredy Strasser, Vorstandsmitglied des Sportvereins Würenlos: «Wir sind für eine offene Diskussion, aber bitte fair.»Chris Iseli

In knapp drei Wochen stimmen die Würenloser über den Projektierungskredit für die Tägi-Sportanlagen in der Höhe von 160 000 Franken ab. Und man kann festhalten: Der Abstimmungskampf tobt.

Ende letzter Woche hat die Gemeinde den Stimmberechtigten die Abstimmungsvorlage geschickt. In dieser wird nochmals über das Projekt und dessen Kosten informiert. Bei geschätzten Gesamtkosten von 5,4 Mio. Franken müsste die Einwohnergemeinde rund 2,8 Mio. Franken tragen. Den restlichen Anteil würden die Ortsbürger, allenfalls umliegende Gemeinden und der Kanton beisteuern.

Wichtigen Beitrag für Gesellschaft

Auch die Argumente der Befürworter – allen voran des Sportvereins Würenlos – und des Referendumskomitees (bestehend aus SVP und FDP) werden aufgeführt. Letztere halten zwar fest, dass die rund 50 Vereine in Würenlos einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leisten würden. Und doch lehne man den Projektierungskredit ab – vor allem wegen der Kosten. Zu den 2,8 Mio. Franken kämen nämlich noch 1 Mio. Franken für Werkleitungsgebühren dazu.

«Bei einem Mitgliederbestand des Sportvereins Würenlos (SVW) von rund 200 ortsansässigen Mitgliedern entspricht dies einem Beitrag von gegen 19 000 Franken pro Fussballer, und das für einen Fussballplatz!» Aus Sicht des Komitees sei die Verhältnismässigkeit damit nicht gegeben. «Oder was wäre, wenn die anderen Vereine, dasselbe einforderten?», fragt sich SVP-Präsident Thomas Zollinger. Diese hätten im Gegenteil im Zuge der Sparmassnahmen Streichungen an ihren jährlichen Beiträgen hinnehmen müssen.

Und noch zwei weitere Punkte kritisiert das Komitee. «Ein Tägi-Sportplatz hätte zwingend einen neuen Busanschluss zur Folge – diese Kosten wurden bisher nicht eruiert.» Und Betriebskosten und jährliche Abschreibungen in der Höhe von 175 000 Franken würden in der Gesamtbetrachtung gerne ausgelassen.

Strasser: «Völlig abenteuerlich»

Die Projektbefürworter können diesen Argumentationen nicht viel abgewinnen. «Wir sind für eine offene Diskussion, aber bitte mit fairen, nachvollziehbaren und richtigen Fakten», sagt SVW-Vorstandsmitglied Fredy Strasser. Konkret: «Auf den Gemeindeanteil von 2,8 Mio. Franken werden einfach locker noch 1 Mio. Franken für die Werkleitungen geschlagen, obwohl diese vor allem auch für das Gewerbeland der Ortsbürger notwendig sind und schliesslich über Anschlussgebühren refinanziert werden, so Strasser.

Völlig abenteuerlich sei dann die Überlegung, jedes einzelne SVW-Mitglied werde mit 19 000 Franken subventioniert. «Hier blendet das Referendumskomitee komplett aus, dass viele Mitglieder der anderen Sportvereine und nicht zuletzt auch die Anwohner im Ländli von dieser Entlastung profitieren werden», sagt Strasser. Und zu den Mehrkosten wegen eines Busanschlusses sagt er: «Schon heute fährt die Linie 1 der RVBW über das Tägi.»

Thomas Zollinger kontert die Kritik von Fredy Strasser. «Zuerst muss auf diesem Gebiet überhaupt Gewerbe hinkommen.» Und: «Als Würenloser bin ich nicht nur Steuer-, sondern auch Gebührenzahler; also sind die rund 1 Mio. Franken anfallenden Gebühren sehr wohl zu berücksichtigen.» Fakt sei, dass das Projekt bei der momentanen Finanzlage der Gemeinde nicht finanziert werden könne. Zollinger: «Der Finanzierungsplan ist lausig.»

Auch FDP-Präsident Consuelo Senn kontert die Kritik des SVW: «Die Vorwürfe sind unberechtigt. Fakt ist: Wir argumentieren mit den gleichen Zahlen, wie sich auch der Gemeinderat bei der letzten Gemeindeversammlung präsentiert hat.»

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