Baden
Vor zwei Jahren verschollen: Nun erinnert ein Film an Cedric Hählens letzte Tour

Im März 2012 wollte Cedric Hählen mit einem anderen Extrembergsteiger einen 8000er in Pakistan auf einer neuen Route bezwingen. Doch seither ist er verschwunden. Ein Film zeigt ihn nun auf seiner wohl letzten Tour. Für seine Schwester ein Trost.

Pirmin Kramer
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Eines der letzten Fotos des Bergsteigers Cedric Hählen, aufgenommen auf dem Gasherbrum 1 in Pakistan.

Eines der letzten Fotos des Bergsteigers Cedric Hählen, aufgenommen auf dem Gasherbrum 1 in Pakistan.

Cedric Hählen

Am 9. März 2012 wurde der Badener Bergsteiger Cedric Hählen letztmals gesehen. Zusammen mit dem Österreicher Gerfried Göschl und dem Pakistani Nisar Hussain wollte er den 8080 Meter hohen Gasherbrum1 in Pakistan auf einer neuen Route überqueren.

Geplant war die erstmalige Überquerung eines Achttausenders im Winter. Doch die Bergsteiger kehrten von ihrer Tour nicht mehr zurück. Mit Helikoptern wurde am Gasherbrum nach ihnen gesucht – vergeblich: Von Hählen und seinen zwei Bergsteiger-Kollegen fehlt jedes Lebenszeichen.

Ziel war erste Überschreitung eines Achttausenders im Winter

Der Aargauer Bergsteiger Cedric Hählen wollte 2012 zusammen mit dem Österreicher Gerfried Göschl und dem Pakistani Nisar Hussain die erste Überschreitung eines Achttausenders im Winter schaffen. Sie planten, den 8080 Meter hohen Gasherbrum I in Pakistan zu überqueren. Letztmals gesehen wurden die Bergsteiger am 9. März 2012. Danach brach der Kontakt ab, die Suche nach den Männern blieb erfolglos. Im April 2012 nahmen Angehörige in einem Gedenkgottesdienst Abschied von Hählen. Von der Expedition gibt es Videomaterial, aus dem ein Dokumentarfilm entstanden ist. (PKR)

Auf den Tag genau zwei Jahre nach dem letzten Funkspruch der drei Bergsteiger strahlt das Schweizer Fernsehen (SRF 1) am 9. März 2014 um 15 Uhr den DOK-Film mit dem Titel «Der letzte Weg» aus. Der Film wurde durch «Servus TV» gedreht und sollte die Expedition dokumentieren.

«Der Film ist eigentlich eine Hommage an Gerfried Göschl geworden, aber auch Cedric kommt im Film zu Ehren», sagt dessen Schwester Sandra Wetzel-Hählen. Die beiden Familien Hählen und Göschl sind inzwischen befreundet.

«Film zeigt Cedrics Fröhlichkeit»

Cedric Hählen wuchs in Rütihof bei Baden auf, wohnte bis zu seiner letzten Reise in Hausen bei Brugg. Als Jugendlicher verbrachte er 30 bis 40 Wochenenden auf Bergtouren. Er erklomm als jüngster Europäer den zweithöchsten Berg der Welt, den K2. Im Alter von 30 Jahren hatte er bereits fünf Achttausender bestiegen.

Als sie sich den Film angeschaut habe, sei das einerseits brutal gewesen, sagt Sandra Wetzel-Hählen. «Man sieht im Film, wie Cedric ein letztes Mal aufbricht. Man sieht sozusagen, wie er in den Tod läuft.» Andererseits sei sie enorm dankbar für den Film, denn er zeige auf wunderbare Weise Cedrics Fröhlichkeit und seine Leidenschaft für das Bergsteigen.

«Anderen Angehörigen von verunglückten Bergsteigern bleibt als letzte Erinnerung nur der Abschied, das letzte ‹Tschüss›, bevor sie ins Gebirge aufbrachen. Uns bleiben nun zudem dieser Film und viele Fotos von der Expedition.»

Ihre Eltern hätten sich dafür eingesetzt, dass der Film auch in der Schweiz ausgestrahlt wird, sagt Sandra Wetzel-Hählen. «Unter anderem wegen der Lizenzfrage war das ein nicht ganz einfaches Unterfangen.» Dass der Film ausgestrahlt werde, sei sehr erfreulich.

«Der letzte Weg», SRF 1, Sonntag, 9. März, 15 Uhr.

Hier finden sie eine Geschichte und Bilder von der Aargauer Zeitung vom September 2013:

Cedric Hählen schafft das Unmögliche: Er kletterte eine senkrechte Wand aus Eis und Fels hoch,1600 Meter, bei minus 40 Grad im Winter.