Ruth Müri, bis in fünfzehn Jahren wird sich die Schülerzahl in der Badener Innenstadt fast verdreifachen. Kann das Baden stemmen?

Ruth Müri: Das Wachstum ist enorm, aber ich bin zuversichtlich, dass wir das meistern.

Was ist denn der Hauptgrund für diesen enormen Zuwachs?

Die Zahlen zeigen, wie stark die Verdichtung im Schulkreis Innenstadt zunimmt. Hier wird in den nächsten Jahren viel gebaut. Zur Innenstadt zählen wir auch das Römerquartier, den Chrüzliberg, Limmat rechts, die Allmend und das Martinsbergquartier. Es gibt einen deutlichen Trend, dass Familien in die Stadt zurückziehen.

Es droht ein akuter Lehrermangel. Glauben Sie als Schulvorsteherin, dass man in den nächsten Jahren genügend Lehrerinnen und Lehrer findet für alle diese Kinder?

Wir haben sehr gute Schulen in Baden und fanden bisher immer genügend Lehrpersonen. Die Schule Baden hat einen sehr guten Ruf, zudem sind wir ab diesem Schuljahr Partnerschule der Pädagogischen Hochschule. Das führt dazu, dass junge Lehrerinnen und Lehrer bei uns schon Praktika machen und sich dann auch eher in Baden bewerben.

 Die Tagesschule ist in Baden ein Erfolgsmodell, bisher gibt es das Angebot aber nur im Schulhaus Ländli. Angedacht ist ein zweiter Standort in Rütihof. Müsste man nicht noch mehr auf das Modell Tagesschule setzen?

Die Tagesschule ist eine öffentliche Primarschule mit Betreuungsangebot. Tagesstrukturen neben der Schule gibt es aber in jedem Quartier. Diese Angebote ergänzen sich gut. Ich glaube, Schule und Betreuung werden ohnehin noch näher zusammenrücken in den nächsten Jahren.