Der Badener Anwalt versuchte am Mittwochabend auf humorvolle Art, den Abschiedsschmerz zu verbergen. In seinem kurzen Rückblick an der 30. Generalversammlung der Stadtcasino AG Baden erinnerte Blöchlinger daran, dass die vor rund 30 Jahren angegangene Erneuerung des ortsbürgerlichen Kursaals damals in einem Fiasko respektive mit dem Konkurs geendet hätte, wenn der Verwaltungsrat damals nicht entgegen jeglicher Vernunft den mutigen Gang nach vorne eingeschlagen hätte.

Peter Blöchlinger im Interview nach seiner letzten GV als VR-Präsident der Stadtcasino AG Baden

Peter Blöchlinger im Interview nach seiner letzten GV als VR-Präsident der Stadtcasino AG Baden

Die Situation änderte sich im Jahre 1994 schlagartig, als das Automaten-Casino per Gesetz im Kanton Aargau erlaubt wurde. Dank der konsequenten und seriösen Arbeit der Casino-Führung erhielt Baden im Jahr 2001 dann vom Bundesrat die A-Konzession für eine Spielbank, die seit 2002 von der Spielbank Baden AG unter dem Namen Grand Casino Baden geführt wird.

Stadt Baden und das Casino

In seiner Rückblende ging Peter Blöchlinger auch auf die Frage ein, warum denn mit der Stadt Baden die öffentliche Hand Hauptaktionärin eines Spielcasinos sei. «Das ist historisch gewachsen», erklärt Blöchlinger.

Das Stadtcasino habe in dieser Zeit rund 650 Millionen Franken in die AHV-Kasse eingebracht und jedes Jahr einen Betrag über 1,275 Mio. Franken an Dividenden in die Kassen der Einwohner- und Ortsbürgergemeinde der Stadt Baden gespült, was laut Blöchlinger «zweifellos steuerfuss-relevant» sein dürfte.

Abgesehen davon habe man 300 neue Arbeitsplätze geschaffen. Der abtretende Verwaltungspräsident verwies mit Stolz darauf hin, dass es ohne Casino wohl auch kein Trafo Center geben würde.

Die 573 anwesenden Aktionärinnen und Aktionäre mit total 70 230 Stimmen, davon über 50 000 der Mehrheitsaktionärin Stadt Baden gehörend, vertreten durch den Stadtrat, genehmigten die Jahresrechnung sowie die Dividende von 15 Franken einstimmig.

Angesichts der Ausbaupläne für das Casino Wien, wo im Juli der Entscheid über die Spielbank-Lizenz erwartet wird, und eines leicht tieferen Jahresgewinns von 6,4 Mio. Franken nahm dies die Versammlung, wenn nicht begeistert, so doch einstimmig an.

Jürg Altorfer wurde als neuer Verwaltungspräsident gewählt. Er darf auf die Unterstützung der wieder gewählten Ratsmitglieder Gerhart Isler, Marc Périllard, Hubertus Thonhauser, Friederike Vinzenz und Karen Wachter zählen.

In seinem Blick nach vorne machte Blöchlinger klar, dass die Stadtcasino AG, die sich in der Schweizer Casino--Szene erfolgreich halte, ihre Strategie vorwärts weiterverfolgen und im Ausland investieren werde.

Als Verwaltungsratspräsident der Spielbank hat Christoph Thurnherr den Aarauer Anwalt Jürg Schärer abgelöst. Zudem werden die Spielbank und die Stadtcasino Betriebs AG zusammengelegt.