Der Schulvertrag zwischen Künten und Stetten über die Führung der 5. und 6. Primarschule in Künten hat die Gemüter bewegt. Das zeigt die Stimmbeteiligung in Rekordhöhe: 57,3 Prozent der Stimmberechtigten haben an der Urne darüber abgestimmt. Das Ergebnis: Mit 422 Ja- gegen 276 Neinstimmen ist der Vertrag deutlich angenommen worden.

Eine Wahlschlappe für die Gruppe Pro Primar, die sich im Vorfeld der Abstimmung vehement gegen den Schulvertrag gewehrt hatte. Eine Erleichterung hingegen für den Gemeinderat, der gleichzeitig besorgt ist: «Wir sind zwar erleichtert, dass die Stimmbürger die Vernunft haben walten lassen und dem Vertrag zugestimmt haben, wir hoffen jetzt aber, dass sich die Unruhe im Dorf legt», sagt Kurt Diem, der heute an den Gemeinderatswahlen als Amman bestätigt wurde. Konkret: Die Debatte über den Vertrag habe das Dorf gespalten. «Sogar in den Vereinen sind die Mitglieder zerstritten», bedauert er.

Nächste Etappe: die Oberstufe

Selbiges unterstreicht Thomas Meli, Sprecher des Referendumskomitees: «Wir sind zwar zufrieden, wünschen uns aber, dass die Stetter jetzt wieder am selben Strick ziehen.» Deshalb werde auch nicht gefeiert. «Wir fühlen uns nicht als Gewinner.»

Weniger erfreut über das Resultat ist die Gruppe Pro Primar: «Wir bedauern das Wahlergebnis», sagt Stephanie Weber, Sprecherin von «Pro Primar». Man sei enttäuscht vom Gemeinderat und vom Referendumskomitee. «Es wurde unprofessionell gearbeitet. Wir sind froh, dass wir die Verantwortung für diesen Entscheid nicht tragen müssen.»

Die «Pro Primar» fordere den Gemeinderat dazu auf, die Metron-Studie im Hinblick auf die Schülerzahlen genauer zu studieren. Grund: An der Wintergmeind wird der Gemeinderat den Stimmberechtigten die Satzungsänderungen für den Schulverband Reusstal zur Abstimmung vorlegen. Die Gemeinden Künten und Stetten wollen ab dem Schuljahr 2014/15 aufgrund des Wechsels auf sechs Jahre Primar in Stetten ein Oberstufenzentrum realisieren.