Untersiggenthal

Wahre Liebe: Ehepaar stirbt innerhalb weniger Stunden

Aargauer Ehepaar stirbt innert wenigen Stunden

Aargauer Ehepaar stirbt innert wenigen Stunden

Edith und Kurt Spinnler aus Untersiggenthal waren 58 Jahre lang verheiratet. Jetzt sind beide friedlich eingeschlafen – und dies nur wenige Stunden nacheinander. Wahre Liebe sei das, glauben Familienangehörige.

Erst schläft Kurt Spinnler am 30. Dezember 2012 im Alter von 87 Jahren im Altersheim Sunnhalde in Untersiggenthal friedlich ein. Nur wenige Stunden später stirbt auch Edith Spinnler, die Ehefrau, im Alter von 82 Jahren.

«Nach einem reich erfüllten Leben durften sie im 83. und 88. Lebensjahr ruhig und friedlich einschlafen. Ihre Liebe und Verbundenheit zur Familie wird uns in ewiger Erinnerung bleiben.» Das schreiben Familienangehörige in der Todesanzeige über Edith und Kurz Spinnler aus Untersiggenthal, die am 3. Januar in der Aargauer Zeitung publiziert wurde.

Gemeinsamer Tod eines Ehepaars ist nicht überraschend

Doch wie kommt es, dass gleich beide Eltern praktisch gleichzeitig von der Welt gehen? «Wahre Liebe», sagt Sohn Daniel Spinnler gegenüber Tele M1.

«Der Vater hatte sich immer sehr gut um die Mutter gekümmert – das war ihm immer sehr wichtig. Und die Mutter hatte ihrerseits immer das Gefühl, dass der Vater nicht ohne sie selber weiterleben könne, weil er Altersdemenz hatte», so Daniel Spinnler.

Für Paartherapeut Josef Lang kommt ein gemeinsamer Tod eines langjährigen Ehepaars nicht überraschend: «Das Soziale bricht komplett weg. Das Psychische ist enorm belastet mit Trauer und Schmerz. Diese Faktoren können genügen, dass ein Mensch jeglichen Lebenswillen verliert», so Josef Lang.

Trost, dass der Wunsch in Erfüllung ging

Kurz nachdem Kurt Spinnler starb, wurde Edith Spinnler in ein anderes Zimmer versetzt. «Sie hatte kurz nach dem Tod des Vaters den Wunsch geäussert, dass sie nun auch sterben wolle – sie wolle dem Papi folgen», sagt Spinnler.

«Ich konnte mit meiner Mutter am Morgen nach dem Tod des Vaters noch über ihre Beerdigung sprechen, wie sie sich das denn wünsche und die Beerdigung denn ablaufen soll», erzählt Spinnler.

Gegen den Mittag des 31. Dezember 2012 habe sich dann der Gesundheitszustand von Edith Spinnler dramatisch verschlechtert. «Sie wurde dann in die Intensivstation des Kantonsspitals eingeliefert, wo sie dann wenig später starb», so Daniel Spinnler.

Es sei äusserst schwer zu verkraften, beide Eltern praktisch miteinander zu verlieren, sagt Spinnler. Ein kleiner Trost sei es jedoch durchaus, dass der Wunsch eines gemeinsamen Todes in Erfüllung gehen konnte. (sha)

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