Baden
Warum das Projekt Schulhausplatz die Summe der besten Kompromisse ist

Baden diskutiert kontrovers über das neue Projekt. Nun kommt das Ja-Komitee zu Wort. Das Komitee «Ja zum Umbau Schulhausplatz» weist auf den wirtschaftlichen Nutzen hin.

Roman Huber
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Es ist 8 Uhr. Auf der Neuenhoferstrasse staut sich der Verkehr, ebenso auf der Hochbrücke, mittendrin der Bus. Und auf der Mellingerstrasse füllt sich die Linksabbiegespur Richtung Bruggerstrasse sofort wieder, wenn die Ampel jeweils auf Rot schaltet. Das Komitee «Ja zum Umbau Schulhausplatz» hätte für die Präsentation ihrer Argumente keinen besseren Zeitpunkt auswählen können.

Ja zu Gesamtprojekt und Vorlage

Die Vorstände und Fraktionen der EVP, FDP, CVP und SVP unterstützen die Neugestaltung des Schulhausplatzes. «Die Übersicht über die einzelnen Teilprojekte zeigt, dass die Strategie des Gesamtprojekts Baden Zentrum richtig entwickelt wurde», fasst Serge Demuth (SVP) zusammen. Es gehe um viel Geld, doch mit dem wirtschaftlichen Nutzen über die nächsten 20 Jahre, werde sich diese Investition mehr als nur bezahlt machen, so Demuth, der die Stimmberechtigten an die Kosten erinnern möchte, die durch die täglichen Staus der Wirtschaft erwachsen.

Ein Nein zum Schulhausplatz bedeute eine «Nur-Sanierung», die keinem Verkehrsteilnehmer etwas nütze, und würde innert zehn Jahren zum Verkehrskollaps führen, so Demuth. Mittel- bis langfristig sei aber eine grossräumige Umfahrung mit Baldeggtunnel unabdingbar. Das Problem Ziel- und Quellverkehr im Zentrum müsse man jetzt lösen. Die Komitee-Partner pflichten Demuth bei.

Innenstadt wird fast verkehrsfrei

«Wir dürfen nicht nur die hohen Kosten sehen, sondern primär den Nutzen», sagt Matthias Gotter (CVP). «Das Projekt ist die Summe der besten Kompromisse», fügt der Parteipräsident an, «wovon alle Verkehrsteilnehmer profitieren werden.» Peter Courvoisier (FDP) weist auf den Gewinn für die Stadt hin: «Die Weite Gasse wird mit der neuen Busachse praktisch verkehrsfrei.» Das wiederum werte diese und den Schlossbergplatz auf. Courvoisier: «Es ist unverantwortlich, wenn in der Verkehrsspitze stündlich 50 Busse durch die Weite Gasse fahren.»

Glas-Unterführung, Aufgang zur Zürcherstrasse und andere unschöne Orte werden laut Courvoisier aufgewertet. Der freisinnige Architekt hebt auch die legalisierte Veloverbindung durch die Tunnelgarage hervor und die direkten Fussgängerquerungen in der unterirdischen Passage. «Die Details sind noch zu klären. Doch auf dem Schlossbergplatz zeigt sich, dass das Nebeneinander von Velos und Fussgänger funktioniert.»

Auch Autos profitieren

Die Busachse mit Rampe und Bustunnel würde dem öffentlichen Verkehr viel Zeit ersparen. «Stadtein- wie stadtauswärts», präzisiert Courvoisier. Der Abschnitt Hasel-/Bruggerstrasse werde weitgehend von Bussen und Postautos entlastet. Diese und weitere Verbesserungen würden auch dem Autoverkehr zugute kommen, mahnt, Demuth. «Der motorisierte Individualverkehr wird effizienter und besser fliessen, ist Demuth überzeugt. Zusammen mit dem Verkehrsmanagement werde also auch für die Autofahrer die Situation wesentlich verbessert.